Die Super Bowl Vorschau

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Nach 17 Wochen Hauptrunde und drei Playoff-Runden steht das absolute Highlight an – Spiel #267, der Super Bowl.

Wer die letzten Monate im Koma verbracht hat oder sonst die NFL verweigert: die Atlanta Falcons treffen auf die New England Patriots in Houston / Texas.

Der Weg in den Super Bowl

Die Falcons hatten vor der Saison wohl die wenigsten im Super Bowl erwartet – den Autor mit eingeschlossen. Sie hatten eine Quote von 50 auf den Super Bowl Sieg und waren damit ein sogenannter Longshot sprich Außenseiter.

Mit einer Bilanz von 11 Siegen und 5 Niederlagen sicherte man sich jedoch deutlich den Divisionsieg vor den Buccaneers; die als absolute Favoriten in dieser Division eingeschätzten Carolina Panthers – schließlich der Super Bowl Teilnehmer des Vorjahres – versagten auf ganzer Linie und belegten mit 6-10 einen sensationell schlechten letzten Platz.

Die Bilanz Atlantas genügte für Platz 2 in der NFC und damit ein Freilos in der ersten Runde. Anschließend fertigte man die angeschlagenen Seattle Seahawks zu Hause ab und demontierte im letzten Spiel im Georgia Dome auch noch die Green Bay Packers. Auf jeden Fall eine verdiente Super Bowl Teilnahme.

Die verdiente Teilnahme können auch die Patriots für sich verbuchen. Sie waren vor der Saison immer im Kreis der 3 Topfavoriten und hatten eine Quote um die 9.

Das änderte sich auch nicht, als Quarterback Tom Brady ankündigte, nicht weiter gegen die (ungerechtfertigte [PatriotsFan]) Sperre wegen #DeflateGate vorgehen zu wollen und somit die ersten 4 Spiele zu verpassen.

Die 4 Spiele Suspendierung schlossen die Patriots trotzdem mit 3-1 ab, cruisten durch die Saison und Brady lieferte eine der besten Saisons der Geschichte ab. In 12 Spielen gelangen ihm 28 Touchdowns bei nur 2 Interceptions.

Mit einer Bilanz von 14-2 zog man als an #1 gesetzte Mannschaft der AFC in die Playoffs ein, bekam mit den Houston Texans ein besseres Freilos in den Divisionals und im Conference Final machte man mit den Steelers kurzen Prozess.

#Brotherhood vs. #OneMore also in Super Bowl LI (oder 51 für die Nicht-Lateiner).

Der Austragungsort

Das NRG Stadium gibt es seit 2002 – genauso lang wie die Houston Texans, die hier ihre Heimspiele austragen und es eben nicht in einen Super Bowl mit Heimvorteil schafften; das gelang in den 50 Super Bowls noch keinem Heimteam.

Der Super Bowl fand hier schon einmal statt: 2004 spielten und siegten die New England Patriots gegen die Carolina Panthers durch ein Last Minute Field Goal von Kicker Adam Vinatieri. Daran erinnert man sich aber viel weniger als an „NippleGate“ in der Halbzeitshow: Justin Timberlake entblößte für eine halbe Sekunde eine Brust von Janet Jackson und die beiden sorgten für lang anhaltende Diskussionen und den Umstand, dass jetzt alle Live-TV Übertragungen aus den USA um 8 Sekunden verzögert werden.

Die Stars

Bei beiden Teams sind die Quarterbacks die unumschränkten Stars:

Matt Ryan spielte die beste Saison seiner Karriere. Seitdem er von den Falcons als Nachfolger für Hundewürger Vick im Jahr 2008 an Position 3 im Draft hinter Jake Long und Chris Long (der im Super Bowl auf der anderen Seite stehen wird) gezogen wurde, ist er der Franchise Quarterback bei den Falcons.

Immer solide, aber bis zu dieser Saison gelang ihm nie der ganz große Wurf.

Der gelang in dieser Spielzeit eindrucksvoll und wird ihm am Samstag Abend auch den Titel des wertvollsten Spielers der Saison einbringen.

Und das vollkommem zurecht.

Auf der anderen Seite gibt es ebenfalls keinen Zweifel daran, dass Tom Brady der Star / Chef / Anführer der Patriots ist. Seit er an Position 199 im Draft 2000 geholt wurde und durch eine Verletzung von Starter Drew Bledsoe im Folgejahr profitierte, ist er aus der Liga nicht mehr wegzudenken.

Er steht in seinem 7. Super Bowl und gewann 4 davon – bei 3 Titeln wurde er als MVP des Spiels ausgezeichnet. Neben ihm haben noch sein großes Idol der Jugend, Joe Montana mit den 49ers, und Terry Bradshaw mit den Steelers 4 Titel errungen. Ein Sieg würde ihn auf Platz 1 der gesammelten Lombardi Trophies heben und sollte dann endgültig die Diskussion beenden, wer der „Greatest of all time“ ist.

Durch die Suspendierung spielte er von Anfang an noch einen Tick motivierter (schon schwer vorstellbar bei ihm) und Roger Goodell dürfte schon beten, dass er ihm nach dem Spiel nicht auch noch zum MVP-Titel gratulieren muss.

 

Die Stärken

Bei den Falcons eindeutig die Offense: mit Julio Jones hat man einen der 3 besten Wide Receiver der Liga und das Laufspiel mit den Running Backs Devonta Freeman und Tevin Coleman war in der Kombination ganz vorne in der NFL.

Mit 33.8 Punkten pro Spiel in der Hauptrunde stellte man eine der besten Offenses der Ligageschichte.

Bei den Patriots gibt es gleich mehrere Stärken: zum einen schafft es das Coaching Team um den außerhalb New Englands umstrittenen Head Coach Bill Belichik in den meisten Spielen, die größte Stärke des Gegners zu neutralisieren.

Dazu nutzt man Fehler des Gegners gnadenlos aus und macht selbst kaum welche.

Am auffälligsten ist jedoch die offensive Ausgeglichenheit: gefühlt in jedem Spiel ist ein anderer offensiver Spieler spielentscheidend. Gegen Houston holte Running Back als erster Spieler der NFL-Geschichte einen Touchdown-Hattrick (1 erlaufen, 1 erfangen, 1 Return), um dann in der Folgewoche überhaupt keine Rolle zu spielen.

Da war Wide Receiver Chris Hogan, den man in Buffalo nicht mehr wollte, mit 180 Yards und 2 Touchdowns der Star.

Am Sonntag ist es vielleicht RB LeGarrette Blount oder WR Julian Edelman oder ein anderer.

Die Schiedsrichter

Eine viel kritisierte Tradition der NFL findet auch in diesem Super Bowl ihre Fortsetzung: das Referee Team besteht aus einer Crew des jeweils besten auf seiner Position.

Was auf den ersten Blick wie eine gute Idee aussieht, tut dies auf den zweiten nicht mehr: die ganze Saison nutzt die NFL feste Crews, die eingespielt sind und wie ein Uhrwerk funktionieren. Für den Super Bowl reisst man diese auseinander, was aufgrund unterschiedlicher Nebenmänner durchaus zu Problemen führt.

Head Referee ist Carl Cheffers, der sein erstes Spiel als Hauptschiedsrichter 2008 bestritt…in dem Spiel, als Tom Brady sich gegen die Kansas City Chiefs das Kreuzband riss. Sicher der wohl schwärzeste Moment von Brady Karriere und nicht unbedingt das beste Omen.

Die Hymne

Immer ein absolutes Highlight für mich. Sie wird diesmal von Countrysänger Luke Bryan gesungen. Den kannte ich nicht, aber zum Glück halfen mir meine Follower aus:

Die Wette, wie lang er brauchen wird, ist auch so ein fester Bestandteil jedes Super Bowls. Das over/under ist 2:09 Minuten und dank einer Recherche von Cousin Sal (großartiger Podcast mit Bill Simmons) wissen wir, dass er 2012 vor dem MLB AllStar Game ebenfalls die Nationalhymne sang und zwar in 1:59:

Halftime Show

Die wurde über die Jahre immer pompöser. Wurde in den Anfangsjahren des Super Bowls gerne mal wie am College eine Marching Band genutzt oder später dann obskure Acts wie „Elvis Presto“, so sind es mittlerweile die absoluten Superstars der Musik, die sich darum reissen, hier für umsonst auftreten zu dürfen.

Im Gedächtnis blieben bei mir unter anderem:

U2, die 2002 nur wenige Monate nach den World Trade Center Anschlägen mit „A beautiful day“ eröffneten:

Natürlich das oben erwähnte NippleGate, aber eben nicht wegen der musikalischen Darbietung.

Außerdem war Bruce Springsteen 2009 der absolute Hammer – „leg die Guacomole weg!“:

Für mich der Gewinner ist jedoch Beyonce, von der ich nichts erwartet hatte, die uns 2013 aber absolut vom Hocker gerissen hat:

Früher war die Halbzeit nur dazu da, um endlich aufs Klo gehen zu können. Das ist jetzt anders. „Appointment TV“ nennen das die Amerikaner. Gerade weil so viele zusehen, die sonst mit Football nichts anfangen können, ist es ein absolutes Highlight. Ein Mini-Konzert, das seinesgleichen sucht. Bei Madonnas Auftritt waren hier die Einschaltquoten höher als beim Spiel selbst.

2017 hat Lady Gaga den Zuschlag bekommen. Auch von der hätte ich grundsätzlich eher wenig erwartet, aber die Hymne im Vorjahr war wirklich sehr gut von ihr interpretiert. So gesehen bin ich gespannt (vor allem auch, weil ich doch einiges auf ihren ersten Song gewettet habe). Hier nochmal ihr glänzender Auftritt im Vorjahr:

 

Eine Wahnsinnsleistung des kleinen blonden Elfs mit den Stöckelschuhen. Bin auch ein Jahr später immer noch geflashed.

 

Tipp

Die Erfahrung gibt (hoffentlich für mich als Pats-Fan) den Ausschlag: die Patriots gewinnen 28:24. Und Brady wird Super Bowl MVP.

Um es mit den Worten des unsterblichen Bart Scott zu sagen:

 

 

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