Saisonvorschau New York Jets 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

III (1969) – gleichzeitig die einzige. Das sogenannte „Guarantee Game“, bei dem Quarterback Joe Namath im Vorfeld als krasser Außenseiter (das Handicap betrug 17 Punkte) den Sieg garantiert hatte.

Abgänge:

Mehr oder weniger alle Spieler, die man kannte und/oder über dem Gehaltsminimum verdienten: Center Nick Mangold wurde entlassen, genauso wie Linebacker David Harris. Letzterer trägt künftige das Navy Blue des verhassten Divisionsrivalen Patriots.

Bei den Quarterbacks wurde Ryan „Fitzmagic“ Fitzpatrick genauso zum Free Agent wie Geno Smith (der zum Stadtrivalen Giants auf die Bank wechselte). Beide dürften von den Jets-Fans nicht vermisst werden nach letzter Saison.

WR Brandon Marshall wird ebenfalls für die Giants auflaufen (bzw. im Gegensatz zum Genocoaster tatsächlich auch spielen) und WR Erik Decker zog in die Heimatstadt seiner Frau Nashville und wird für die Titans das Jersey überstreifen. Da kann man für seine Frau schon mal einen Heimatrabatt hinnehmen…

In der NBA nennt man ein derartiges Ausmisten „Tanken“. Das hier sieht auch verdächtig danach aus, als ob die Jets unbedingt den First Overall Pick im Draft haben möchten. Man wird sehen, ob der Plan aufgeht.

Bei den Buchmachern befand sich die Quote auf „weniger als 5,5 Saisonsiege“ jedenfalls im freien Fall. Und meine Kinder werden in noch größerer Armut aufwachsen, wenn das nicht klappt.

Zugänge:

Neuer Starting QB wird Josh McCown. Der ist 38, spielte 2016 bei den Browns und schaffte dort in 5 Spielen 6 Touchdowns und 6 Interceptions mit einem miserablen Passer Rating von 72,3.

Aua.

Gut, das war bei den Browns…aber bei den Jets scheint sogar noch weniger Talent übrig zu sein.

Für das eigentliche Ziel „1st Overall Pick“ ist er genau der richtige Mann!

Die Alternativen Christian Hackenberg und Bryce Petty sind allerdings keinesfalls attraktiver (spieltechnisch gesehen – optisch müssten wir meine Frau fragen).

Im Receiving Corps wurde nach den namhaften Abgängen (und der schweren Verletzung von „WR1“ Quincy Enunwa Anfang August) mit dem nur Insidern bekannten Free Agent Marquess Wilson (für die Chicago Bears 3 Touchdowns in 4 Jahren), einem Dritt- (ArDarius Stewart / Alabama) und einem Viertrundenpick (Chad Hansen / Cal) „aufgerüstet“. Dazu holte man den in Dallas in Ungnade gefallenen Lucky Whitehead, der Opfer einer Verwechslung geworden war.

Die Defense war im Vorjahr noch der beste Mannschaftsteil; hier holte man Corner Morris Claiborne (zuvor Dallas) und draftete mit Jamal Adams (Runde 1 an #6 / LSU) und Marcus Maye (Runde 2 an #39 / Florida) gleich zwei Safeties für die Passverteidigung.

Der Star:

Puh. Das fällt jetzt schwer. Viele Kandidaten drängen sich nicht gerade auf. Eigentlich bleiben nur zwei übrig und beide spielen in der DefenseDE Muhammad Wilkerson und LB Sheldon Richardson waren beides First Round Picks und werden jeweils diesem Status gerecht. Trotzdem verbreiten beide nicht gerade Angst und Schrecken bei den gegnerischen Angreifern.

Bei Richardson kommen auch noch größere Probleme abseits des Platzes dazu (4-Spiele Drogensperre 2015, Verfolgungsjagd mit Polizei inklusive geladener Pistole und Kind im Pkw, etc.), weswegen er in der Gunst stark gefallen ist. In einem Contract-Year sollte er aber zumindest auf dem Platz wieder voll motiviert sein.

Update 01.09.17: Die Jets tradeten die Kopfschmerzen abseits des Platzes bei Richardson ein gegen WR Jermaine Kearse und einen 2nd Rounder. Tanking und Rebuilding in Reinkultur.

Der Coach:

Todd Bowles ist seit Januar 2015 bei den Jets und fiel nach einer 10-6 Saison im Premierenjahr auf 5-11 vergangene Spielzeit. Zuvor war er als Defensive Coordinator bei den Arizona Cardinals im Stab von Bruce Arians tätig.

Es wird interessant sein zu sehen, ob er die „Tanking Season“, wenn sie tatsächlich so kommt, wie alle NFL-Welt es erwartet, überleben wird.

Er holte übrigens als Spieler den Super Bowl XXII mit Washington.

Mein Tip im Vorjahr: 9-7

Tatsächlich: 5-11


Es war zu erwarten, dass man die gute Bilanz des Vorjahres nicht würde halten können, aber dass es gleich so weit nach unten geht, überraschte dann doch. QB Ryan Fitzpatrick schien plötzlich an Farbenblindheit zu leiden und sorgte für Interceptions am Fließband. Die Offense war mit nur wenigen Ausnahmen katastrophal.

Nach 6 Wochen stand man bei 1-5 und die Saison war praktisch verloren. Aus den letzten 8 Spielen gewann man nur noch gegen die noch schlechteren 49ers (23-17) und zum Abschluss gegen Buffalo zu Hause (30-10). Christian Hackenberg, als Hoffnungsträger in der 2. Runde gedrafted, schaffte es nicht aufs Spielfeld und die Berichte von den Trainingseinheiten lassen nichts gutes ahnen.

Die unfehlbare Prognose für 2017: 3-13

Die gute Nachricht: bei mir belegen die Jets nicht den letzten Platz (sondern die 49ers). Aber da man mehr oder weniger alles tut, außer dieses Ziel „First Overall Draftpick“ öffentlich auszusprechen, ist selbst das kein Erfolg.

Die Offense sieht mit Ausnahme von Matt Forte und Bilal Powell unterirdisch aus. Die Defense ist sicherlich besser, aber auch „besser“ ist eben relativ.

Ich wäre von einer 0-16 Saison weniger überrascht als von einer 5-11 Saison. Tut mir leid Jets-Fans (ich bin nur der Überbringer der schlechten Nachrichten, verantwortlich ist das Management).

Die Vorschau aus Fansicht

von @Lippo_kratis

Nach den zum Teil schmerzhaften – aber nötigen – Cuts in der Offseason zusammen mit einem überwiegend neuen Coaching Staff findet der Rebuild (das Wort für die Saison der Jets) endlich statt.

In der Offense wird irgendwann in dieser Saison QB Christian Hackenberg den Starterjob von Josh McCown übernehmen. Zusammen mit dem jungen WR-Korps, dem unter OC John Morton endlich installierten TE und den RBs Bilal Powell und Elijah McGuire wird hoffentlich eine gute Offense entstehen.

In der Defense sind die Sorgen geringer: Die D-Line wird bei so einigen O-Lines Kopfschmerzen verursachen. Im Bereich der Linebacker muss der Abgang von David Harris kompensiert werden. Mit Darron Lee,Demario Davis und Dylan Donahue gibt es, zusammen mit dem neuen Coach Kevin Greene, Hoffnung, dass dies auch gelingen könnte.

Mit Morris Claiborne – wenn verletzungsfrei – ist ein guter CB1 im Kader. Juston Burris wird einige überraschen und sich als CB2 durchsetzen. Mit den SS Jamal Adams und Marcus Maye wird die Zeit der Big Plays gegen die Jets hoffentlich ein Ende haben. Adams wird der Defensive Rookie Of The Year. Es geht diese Saison nicht nur um Siege, sondern darum zu sehen, wie sich die jungen Spieler entwickeln und zusammenwachsen.

Meine Tipps für die Saison: pessimistisch 3-13, optimistisch 7-9

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Die Vorschau 2016:

Die letzte Lombardi Trophy:

III – 1969 (gleichzeitig die einzige – das „Garantie Game“)

Mein Tip im Vorjahr:

5-11 und der letzte Platz in der AFC East. Abgesehen von Revis scheint kein bisschen Talent vorhanden zu sein und der Ausfall von Richardson kann wohl nicht kompensiert werden.

Tatsächlich:

10-6. Da lag ich sauber daneben. Die Defense bärenstark und die Offense um Ryan „Amish Rifle“ Fitzpatrick mit den beiden Veteranen WR Brandon Marshall und Eric Decker erstaunlich kompetent. Für die Playoffs klappte es knapp nicht, weil die Bills im letzten Spiel den für sie nicht nötigen Sieg gegen die Jets holten und so die Steelers in die Playoffs einzogen.

Das Highlight der letzten Saison

Am vorletzten Spieltag besiegte man den größten Rivalen, die New England Patriots, zu Hause nach Verlängerung. Für die ging es noch ums Heimrecht, aber trotzdem gewannen die Jets letztendlich verdient und konnten ihre Playoffträume am Leben erhalten.

Mein Tip für 2016:

9-7. Das Hickhack um eine Vertragsverlängerung von Fitzpatrick beherrschte den Sommer; er ist zwar zurück, aber so ganz ohne Folgen dürfte das nicht bleiben. So richtig erkennt man nicht, warum es bei den Jets aufwärts gehen sollte.

Wenn es perfekt läuft, dann kommen sie in die Playoffs, aber vermutlich wird es maximal Platz 2 in der Division, wenn es erneut so gut läuft wie im Vorjahr.

 

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Gang Green

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Playoffs 2001, 2002, 2004, 2006, 2009, 2010

Letzte Saison:

4 Siege – 12 Niederlagen

Stars der Jets:

Ausnahmsweise mal keine Quarterback. Der heisst bei den Jets Geno Smith und wurde soeben in einer Umfrage unter allen Teams und einigen Experten auf Platz 32 der besten QBs gewählt. Von 32. Diese Saison dürfte seine letzte bei den Jets sein, wenn er sich nicht deutlich steigert. Erschwerend kommt hinzu, dass er sich im Trainings Camp von einem (ex-)Mitspieler in einer Auseinandersetzung den Kiefer hat brechen lassen und bis zu 10 Wochen ausfällt. So richtig gestört scheint das die anderen Spieler im Umkleideraum nicht zu haben – bei Peyton Manning oder Tom Brady oder Russel Wilson oder oder oder kann man sich so eine Geschichte kein bißchen vorstellen.

Nein, der Star ist CB Darrelle Revis. Der wurde von den Jets 2007 an 14 gedraftet und verdiente sich im Anschluss den Spitznamen „Revis Island“, weil er den jeweiligen Top-WR des Gegners isolierte und quasi auf eine einsame Insel stellte.

Revis verstand es wie kein Zweiter, sein Talent zu Geld zu machen. Nach dem Ablauf seines Rookie-Vertrages 2010 setzte er zunächst aus, um einen besseren Deal zu erzwingen, was schließlich auch gelang: 32 Mio für 4 Jahre waren die Belohnung. 2012 verletzte er sich schwer am Knie und wurde letztendlich zu den Tampa Bay Buccaneers getraded. Dort kam er überhaupt nicht zurecht und nach einem Jahr wurde er aus dem Vertrag entlassen.

In der Saison 2014 unterschrieb er zum ersten Mal nicht wegen des Geldes, sondern ging leicht unter Marktwert zu den Patriots…wo er prompt den Super Bowl gewann. Anschließend fiel bei den Jets auf, dass er eigentlich doch ganz gut ist…und man überschüttete ihn erneut mit Geld (70 Mio für 5 Jahre, wobei 39 Mio garantiert sind).

Es gibt wohl keinen anderen NFL-Spieler, der das „Führ mich zum Schotter“ aus dem Film Jerry Maguire so konsequent umsetzen wollte und konnte.

Dazu kommt mit WR Brandon Marshall ein Spieler, dessen Talent unbestritten ist. Trotzdem sind die Jets schon seine vierte Station innerhalb weniger Jahre, was davon zeugt, dass er außerhalb des Spielfelds ein schwieriger Typ ist. Das könnte an seiner Krankheit – bei ihm wurde das Borderline Syndrom diagnostiziert – liegen.

Coach:

Premiere für Todd Bowles, der vergangene Saison noch in Arizona als Co-Trainer für die Defense zuständig war und einen überragenden Job ablieferte. Bei den Dolphins durfte er 2011 schon einmal für 3 Spiele übernehmen, als der Head Coach Tony Sparano entlassen wurde und er die Saison zu Ende verantwortlich zu Ende bringen durfte.

Er hat gezeigt, dass er aus marginalem Talent das Maximum holen kann. Das ist auch bitter nötig, wenn man sich den Kader der Jets so anschaut.

Er löste den allseits beliebten Rex Ryan ab, der daraufhin in Buffalo anheuerte.

Ziel:

Die Fans der Jets sind Kummer gewohnt. Die Playoffs wären angesichts dieser Zusammenstellung der Mannschaft ein Riesenerfolg.

Kontroversen:

Die Hängepartien um Vertragsverlängerungen von Revis ziehen sich gefühlt seit 10 Jahren hin. Dazu Pech und / oder Unvermögen bei der Auswahl der Quarterbacks führten regelmäßig zu starken Defenses (Ex-Coach Ryans Stärke) und zum Teil unterirdischer Offense.

Einen (eigentlich mehrere) sauberen Skandal lieferte im Sommer 2015 DE Sheldon Richardson – ein absoluter Eckpfeiler der Defense: zunächst wurde er für vier Spiele aufgrund Drogenbesitzes gesperrt.

Das fand bei den Jets schon kaum jemand lustig. Am ersten Tag des Camps wurde dann bekannt, dass er sich zwei Wochen zuvor

– ein Rennen mit ca. 200 km/h lieferte,

– einen 12-jährigen Jungen auf dem Beifahrersitz seines Pkw dabei

hatte,

– eine nicht registrierte Waffe im Kofferraum lag,

– er unter Drogeneinfluss fuhr und zu guter Letzt

– bei der Festnahme Widerstand leistete.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verschwieg er den Vorfall erst einmal seinen Jets. Spontan fällt mir keine annähernd so dumme / idiotische Aktion ein. Eine Suspendierung für mindestens den Rest der Saison dürfte die logische und gerechte Strafe sein.

Gut zu wissen:

Früher oder später hört man immer wieder die Geschichte der „Garantie von Joe Namath“, wenn es um die Jets geht.

Joe Namath war ein Rebell und Frauenheld, der das Leben als Footballer in vollen Zügen genoss.

Drei Tage vor Super Bowl III 1969 gegen die Baltimore Colts antwortete er einem Fan, der ihn provoziert hatte: „Wir werden Sonntag gewinnen. Ich garantiere es!“

Die Jets waren krasser Aussenseiter und eigentlich war ihnen nicht mal die Chance auf eine knappe Niederlage eingeräumt, sondern ein Kantersieg der Colts erwartet worden.

Tatsächlich gewannen die Jets 16-7 und Namath war der wertvollste Spieler des Finales. Seitdem ist er unsterblich – nicht nur in Jets-Fankreisen.

Tip für 2015:

5-11 und der letzte Platz in der AFC East. Abgesehen von Revis scheint kein bisschen Talent vorhanden zu sein und der Ausfall von Richardson kann wohl nicht kompensiert werden.

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