Saisonvorschau Indianapolis Colts 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

XLI – 2007 (und noch als Baltimore Colts 1971 in Super Bowl V)

Abgänge:

Linebacker D’Qwell Jackson wurde gleich im Februar entlassen, CB Patrick Robinson dann im März. Tight End Dwayne Allen wurde zu den Patriots getraded und OLB Robert Mathis wechselte in den Ruhestand.

Alles keine Sensationen und dürfte die Colts auch nicht zu stark einschränken.

Dann kam jedoch noch ein Hammer kurz vor den Rostercuts am 02.09.17:

Die weiter unten angesprochene Verletzung von Andrew Luck zwang die Colts, sich von ihrem Erstrundenpick 2015, Wide Receiver Philipp Dorsett, zu trennen. Dafür bekommt man mit Jacoby Brissett einen Quarterback, der sich bei den Patriots kurz bewährte und dann prompt verletzte. Er hat jedoch einen komplett anderen Stil als Andrew Luck und es wird interessant sein zu sehen, wie sich dieser kurzfristige Trade so auswirkt.

Zugänge:

Wide Receiver Kamar Aiken (zuletzt bei den Ravens) unterschrieb im März, anschließend folgte eine ganze Reihe Linebacker: Jonathan Bostic, Jabaal Sheard, Barkevious Mingo und Sean Spence kämpfen um zwei Starterplätze.

Die Defense ist bei den Colts traditionell schlecht und es ist mehr als fraglich, ob die Genannten da Abhilfe schaffen können.

Draft:

Vor Jahren hätte es das nicht gegeben, aber irgendwann hat man sogar bei den Colts verstanden, dass man ein bißchen Defense für den Erfolg benötigt. Folglich wurde diesmal mit Safety Malik Hooker ein Verteidiger in Runde 1 (#15) verpflichtet. Der musste jedoch gleich mit einer Schulterverletzung einen Teil der Vorbereitung aussetzen.

Auch in der zweiten Runde kam mit Quincy Wilson (#46) ein Passverteidiger. Die Defense befand sich in quasi allen halbwegs wichtigen Statistiken unter den letzten 10 der Liga, worauf man mit diesem Draft zu reagieren versuchte.

Der Star:

Andrew Luck ist das Gesicht dieser Mannschaft. Der in Deutschland geborene Quarterback war als Jahrhunderttalent vor seinem Draft 2012 angepriesen worden. Er gehört auch sicher zu den besten QBs der Liga, aber der absolute Erfolg blieb ihm bislang verwehrt. Dazu kamen bereits mehrere Verletzungen, die ihn auch im Vorjahr einige Spiele verpassen ließen.

Seine Schulterverletzung aus dem Vorjahr behindert ihn noch immer und mittlerweile wurde schon verkündet, dass er zu Saisonbeginn (bei den Rams) nicht wird spielen können.

Ohne Luck gehören die Colts aber zu den schlechtesten Teams der Liga, was nichts Gutes für die Saisonaussichten in Indianapolis erahnen lässt.

Der Coach:

Seit 2012 ist Chuck Pagano der Head Coach. Allerdings wurde gleich zu Beginn seiner Karriere in Indianapolis im September 2012 Krebs bei ihm diagnostiziert. Die Behandlung dauerte bis Weihnachten 2012; solange übernahm der eigentlich für die Offense zuständige Bruce Arians den vakanten Posten – so gut, dass er selbst in der Folgesaison einen Head Coach Job bei den Arizona Cardinals bekam.

Seitdem ist Pagano wieder selbst am Ruder – mit mäßigem Erfolg. Im Vorjahr verpasste man mit ausgeglichener Bilanz die Playoffs und das Verhältnis zu GM Grigson war derart schlecht, dass der (mit einem Jahr Verspätung) auch gehen musste. Pagano hat den Machtkampf vorerst gewonnen; ein weiteres Jahr ohne Playoffs dürfte jedoch ziemlich sicher seine Entlassung bedeuten.

Mein Tip im Vorjahr: 8-8

Tatsächlich: 8-8

Eine Saison, die von Anfang an nicht rund lief: Nach 4 Wochen hatte man bereits 3 Niederlagen zu Buche stehen – darunter zu Hause gegen Detroit und in Jacksonville. Sicher wesentlich weniger, als die meisten von den Colts erwartet hatten.

Spätestens in Woche 12, als Luck bei der Niederlage gegen die Steelers aussetzen musste, war klar, dass die Saison wohl auch nicht weit führen würde.

Zwar erwiesen sich die Jets danach als dankbarer Aufbaugegner, aber gegen den direkten Playoffkonkurrenten Houston verlor man die Vorentscheidung in Woche 14.

Die unfehlbare Prognose für 2017: 5-11

Grundsätzlich bin ich immer etwas skeptisch, was die Colts angeht. Jetzt kommt dazu, dass Toppick Malik Hooker verletzt im Camp war, was bei einem Rookie immer problematisch ist, da er sich erst an das wesentlich höhere Tempo der NFL im Gegensatz zum College gewöhnen muss.

Der Erfolg der Colts steht und fällt aber mit Andrew Luck – und der laboriert immer noch an seiner Schulterverletzung und ein Einsatz in Woche 1 ist mittlerweile mehr als fraglich zu Saisonbeginn ist mittlerweile ausgeschlossen. Scott Tolzien als Quarterback ist fünf Klassen schlechter; ich kann mir nicht vorstellen, dass in diesem Jahr und beim vorliegenden Spielplan eine positive Bilanz möglich ist.

Die Vorschau aus Fansicht

von Björn Hesse (@bjoernhesse) – Colts Korrespondent Huddle Magazin und Pressesprecher der Berlin Adler

Eine neue Zeitrechnung bricht in Indianapolis an. Nach zwei verpassten Playoffs in Folge feuerte Teambesitzer Jim Irsay im Januar General Manager Ryan Grigson – hielt allerdings an Head Coach Chuck Pagano fest. Ersetzt wurde der GM mit Chris Ballard von den Kansas City Chiefs. Dem einher ging ein massiver Umbau im Team.

Mit neuen Spielern im Schlepptau, u.a. DT Jonathan Hawkins (Ex New York Giants), vielversprechenden Rookie DBs (Safety Malik Hooker, Ohio State, Cornerback Quincy Wilson, Florida) und einem hoffentlich gesunden Andrew Luck geht es in eine Saison 2017, in der von Wild Card Playoff Platz bis AFC Schlusslicht alles möglich ist.

Folgt Björn hier bei Twitter:

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…solange gibts noch die vom Vorjahr:

Die Vorschau 2016:

Die letzte Lombardi Trophy:

XLI – 2007 (und noch als Baltimore Colts 1971 in Super Bowl V)

Mein Tip im Vorjahr:

9-7 und nur Platz 2 in der AFC South. Die Defense ist mir zu schwach und es ist fraglich, ob Luck & Co das komplett kompensieren können.

Tatsächlich:

8-8. Und tatsächlich Platz 2 in einem Jahr, das weit hinter den allgemeinen Erwartungen zurückblieb. Ob mit oder ohne Andrew Luck – der lange verletzt ausfiel – nichts schien zu klappen.

Vor der Saison wurde ich mit meinem 9-7 noch milde belächelt von den Anhängern der Colts…

Das Highlight der letzten Saison

Außer einem Sieg zuhause im November gegen den späteren Super Bowl Champ Denver Broncos (27:24) gab es nur sehr vereinzelt Highlights.

Mein Tip für 2016:

8-8. So wirklich Hoffnung auf Besserung hab ich nicht: Luck muss erst wieder in die Spur finden, der alte Mann Frank Gore ist noch älter geworden.

Das Schneckenrennen um Platz 1 in der AFC South dürfte spannend werden…

 

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

 

Vorschau 2015:

Spitzname:

Das Team hieß schon vor dem Umzug von Baltimore nach Indianapolis Colts. Weitere Spitznamen haben sich nicht durchgesetzt.

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Super Bowl Sieger 2006 (gegen die Chicago Bears), Finale 2009 gegen die New Orleans Saints verloren.

Playoffs durchgängig seit 1999 mit Ausnahme der Jahre 2001 und 2011.

Letzte Saison:

11 Siege – 5 Niederlagen.

Nach dem gefühlten Freilos Cincinnati in der ersten Runde konnte man sogar noch überraschend in Denver (mit dem allerdings schwer angeschlagenen Ex-Colts-Held Peyton Manning als QB) gewinnen.

Wie die Jahre vorher, so hatte man auch diesmal gegen die Patriots überhaupt keinen Auftritt. Mit einem mehr als blamablen 45-7 wurden die Colts deklassiert.

Dafür ging dann die Deflategate Diskussion los und nahm einiges von dem Glanz des Sieges.

Stars der Colts:

Von 1998 an, als er vor einem der größten Fehlgriffe der NFL-Neuzeit Ryan Leaf an 1 gezogen wurde, bis zu seiner Verletzung 2011 war Peyton Manning DER absolute Superstar der Colts.

Dann musste er am Nacken operiert werden und fiel nahezu die komplette Spielzeit aus. Die daraus resultierende Niederlagenserie ermöglichte es den Colts einen legitimen Nachfolger für Manning mit dem ersten Pick im Draft 2012 zu holen. QB Andrew Luck war von vornherein die glasklare Wahl. Manning wurde im nahezu gegenseitigen Einvernehmen aus seinem Vertrag entlassen und ging nach Denver.

Andrew Luck, Sohn des ehemaligen Rhein Fire und Frankfurt Galaxy Managers Oliver Luck, hielt auf dem Platz und daneben, was man sich von ihm versprach. Er zeigte von Beginn an, warum er der absolute Topspieler dieses Drafts wurde. Ein Super Bowl Sieg sollte nur eine Frage der Zeit sein.

Aus deutscher Sicht wäre es wünschenswert, wenn auch OLB Björn Werner einmal in dieser Kategorie auftauchen würde. Werner ist der erste deutsche Spieler, der im Draft in der ersten Runde geholt wurde (an 24 im Jahr 2013).

Leider konnte er dieses Vertrauen noch nicht bestätigen; vorläufiger Tiefpunkt war wohl das Playoffspiel gegen die Patriots in der Vorsaison, als er aus dem Kader für das Halbfinale gestrichen wurde, obwohl er nicht verletzt war. Die kommende Saison wird für ihn wohl zu einer sehr wichtigen, was die Zukunft bei den Colts angeht.

Im Preseason Spiel gegen die Eagles spielte er zwar, jedoch erst mit der nominell zweiten Garde.

Coach:

Seit 2012 ist Chuck Pagano der Head Coach. Allerdings wurde gleich zu Beginn seiner Karriere in Indianapolis im September 2012 Krebs bei ihm diagnostiziert. Die Behandlung dauerte bis Weihnachten 2012; solange übernahm der eigentlich für die Offense zuständige Bruce Arians den vakanten Posten – so gut, dass er selbst in der Folgesaison einen Head Coach Job bei den Arizona Cardinals bekam.

Die Mannschaft rückte unter dem Motto „Chuckstrong“ enger zusammen für ihren erkrankten Coach (mehr als zwei Dutzend Spieler und zwei Cheerleader rasierten sich die Köpfe, um ihre Solidarität zu bekunden) und er scheint unumstritten bei den Colts.

Ziel:

Bislang hat der letzte Schritt immer gefehlt, wobei man diesmal sogar ins Halbfinale gegen die Patriots einzog, dort jedoch absolut chancenlos war. Dieses Jahr soll es wohl der Super Bowl Einzug werden.

Kontroversen:

Die jüngste ist auch hier „DeflateGate“ der Patriots: die Colts waren nach übereinstimmenden Medienberichten das Team, das die Pats bei der Liga „anschwärzte“ und so den Stein ins Rollen brachte.

Im März 2014 wurde der Eigentümer Jim Irsay mit einem Pkw unter Drogeneinfluss und voller verschreibungspflichtiger Medikamente gestoppt. Er wurde letztendlich verurteilt und zusätzlich sprach die NFL eine Geldstrafe von 500.000 $ und sechs Spielen Sperre aus. Er begab sich auch in Therapie, betrieb aber wohl jahrelang Drogenmissbrauch.

Gut zu wissen:

Bei den Colts handelt es sich um die früheren Baltimore Colts, die 1983 umzogen.

In Indianapolis findet seit 1987 die sogenannte Combine der NFL im Stadion der Colts statt – eine moderne Art der Fleischbeschau: die für den Draft zur Verfügung stehenden Spieler aus den Colleges werden gemessen, gewogen, interviewt und dürfen sich in Sprints, Bankdrücken u.ä. messen – die sogenannte „Unterwäscheolympiade“.

Tip für 2015:

9-7 und nur Platz 2 in der AFC South. Die Defense ist mir zu schwach und es ist fraglich, ob Luck & Co das komplett kompensieren können.

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