Interview Kommentator Günter Zapf

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Günter Zapf begleitet mich seit Jahren – und das in einer ganzen Reihe von Sportarten. Von Wrestling über Baseball und natürlich vor allem beim Football. Der Mann ist ein Tausendsassa, was vor allem US-Sport angeht.

Er war dankenswerterweise bereit für ein Interview mit Schwerpunkt NFL und zum anstehenden Draft.

 Hallo. Ich bin quasi mit Günter Zapf sportlich aufgewachsen – in verschiedensten Sportarten. Kannst Du kurz schildern, welche „Jobs“ Du rund um den Sport hattest bzw. hast?

Richtig angefangen hat es Ende der 80er bei tele5 , zunächst „nur“ mit Football, bald aber auch andere Sportarten. Ab 1990 hab ich dann Vollzeit als Sportredakteur für Tele5 gearbeitet – sowohl in der Nachrichtenredaktion, als auch im speziellen Sport. Zu den von mir betreuten Sportarten zählten damals: NFL, NBA, NHL, MLB, Tennis, Olympische Spiele und ab und zu Fußball.

Ab 91/92 hat sich das dann immer mehr Richtung Football verschoben. Die World League (Vorläufer der NFLEurope) und das vermehrte Engagement der NFL machten das möglich. 1992 war dann sehr bewegt, weil ich zunächst zum Sportkanal nach London wechselte, um die World League und NFL zu kommentieren, ab Herbst aber bei Premiere in Hamburg für die NFL zuständig war (Sportkanal wurde übrigens kurz danach an Eurosport verkauft). 1993 kam dann die WWE (damals noch WWF) dazu und diese beiden Sportarten haben mich voll ausgelastet.

Mit dem Verkauf von Premiere an Leo Kirch ging es für mich zurück nach München ins Imperium (DF1, SAT1 und DSF ). Da gab es nun unendlich viel zu tun, hauptsächlich aber war es Football (NFL, Arena, College ) dazu etwas MLB und NHL. Nach dem Zerfall des Kirchimperiums war ich wieder hauptsächlich für Premiere (später Sky) im Einsatz (NFL/ NFLE und WWE). 2013 hab ich mich von der WWE verabschiedet (nach 20 Jahren) und seitdem wieder mehr verschiedene Sportarten betreut.

NFL für DAZN, College für Sport1, MLB für DAZN und Sport1, Eishockey für Telekom und Sport1, Springreiten für Sky und ein neues Wrestlingprodukt für TNT (Lucha Underground). Der Ruhestand muss und darf also noch warten.

 

Auch wenn es natürlich in erster Linie Arbeit ist, aber welche Aufgabe hat dabei am meisten Spaß gemacht?

Meine Leidenschaft gilt natürlich dem Football, schließlich hab ich das ja selbst gespielt (10 Jahre Bundesliga), da kommt auch lange nichts ran. Am Schönsten sind natürlich Livespiele vor Ort (Superbowl!!), deshalb waren diese Einsätze meine liebsten. Dazu hatte ich 4 Jahre bei DSF verschiedene wöchentliche Magazinsendungen, die ich moderieren durfte. Dazu sind wir auch viel gereist – tolle Erfahrung und eine schöne Zeit .

Du bist ja wie erwähnt sowohl bei College-Football (Sport1) als auch bei der NFL (DAZN) als Kommentator am Start. Was fällt Dir leichter und warum?

Leichter fällt mir natürlich die NFL, weil ich die schon seit 1978 verfolge. Dazu gibt es auch deutlich weniger Teams und die Spieler wechseln weniger. In der NFL gibt es – glaube ich – wenig, was mich total überraschen könnte, im College schon eher.

 

Zumindest der College „Playoff“-Sieger Alabama dürfte Dich aber wohl auch nicht überrascht haben. Was war für Dich in der abgelaufenen Saison die größte Überraschung – College und NFL?

Im College ganz klar UCF – wie die gespielt haben war der absolute Hammer und so nie und nimmer zu erwarten. Ich hab ja 2 Spiele kommentiert und mir noch 2 weitere angeschaut und kann nur sagen: verdienter Meister!! Wäre da nicht das Rankingsystem… Trotzdem eine tolle Leistung, die nicht nur mich begeistert hat.

In der NFL waren die NY Jets für mich die größte – sehr positive – Überraschung. Ein Team, das viele für das schlechteste seit Jahren hielten (sogar eine 0-16 Saison wurde häufig prognostiziert) spielt ganz locker mit. Die Jets hatten eigentlich in jeder Partie mitgehalten und mit etwas Glück wären sogar die Play-Offs drin gewesen (naja vielleicht  übertreibe ich da etwas) . Da hat man schön gesehen, was gutes Coaching ausmacht – ich freu mich auf J-E-T-S 2018!!

Bei UCF spielte ja auch Linebacker Shaquem Griffin, dem im Kindesalter die linke Hand amputiert werden musste und der beim Combine für Furore sorgte. Wo wird er beim Draft ungefähr landen und bei welchem Team würdest Du ihn am liebsten sehen?

Ich habe ihn mehrfach kommentiert und war von Anfang an begeistert. Wenn man sich vom Gedanken freimacht, daß er „behindert“ ist, kann man seine Leistung nur als extrem gut bezeichnen. Er ist für mich durchaus ein Spieler für Tag 2 der Draft . Am liebsten sähe ich ihn natürlich in Seattle, wo ja sein Bruder spielt. Die beiden haben eine sehr enge Beziehung und Shaquill ging nur zu UFC, weil die auch seinen Bruder genommen haben. Wäre doch was, die beiden in einem NFL-Team zu sehen.

 

A propos Draft: Fieberst Du da live mit oder genügt es Dir, die Ergebnisse später nachzulesen?

Ganz ehrlich, mir reicht die Nachlese. Solange ich noch wach bin verfolge ich den Ticker, aber das ganze „Mock Draft Gezeter“ interessiert mich nicht. Auch diese endlosen Analysen danach sind nur, um Sendezeit mit „NFL“ zu füllen. Viel interessanter ist die Nachbetrachtung: mal nach 2-3 oder 5 Jahren schauen, was aus den Spielern geworden ist.

 

So ein Mock-Draft ist natürlich immer schwierig, aber kannst Du uns Deine Top 5 – Browns, Giants, Jets, Browns und Broncos – der ersten Runde nennen? Und wie viele Quarterbacks gehen in der ersten Runde weg?

Siehe oben – da halte ich mich völlig raus. Ich denke aber, der Anfang wird dieses Jahr sehr QB-lastig und ich freue mich hier schon besonders auf die Nachbetrachtung. 4 QBs werden in Runde 1 weg gehen.

 

Bei den NFL-Übertragungen ist ein oft gehörter Kritikpunkt, dass ein Kommentator einen Verein vermeintlich favorisiert. Hast Du einen zumindest ansatzweise „Lieblingsverein“ in der NFL und wie schwierig ist es dann, das im Kommentar nicht allzu sehr durchscheinen zu lassen?

Natürlich habe auch ich einen Verein in der NFL, dem ich mehr zugetan bin, aber das merkt man bei den Übertragungen nicht. Da kann ich sehr wohl unterscheiden ob ich Fan bin oder Reporter. Es ist eher so, dass ich „meinen“ Verein kritischer kommentiere als andere, um eben genau das patriotische zu vermeiden. Ihr könnt gerne mal hinhören und Euch selbst ein Bild machen, wenn ich das beste Team der Welt kommentiere – die Dallas Cowboys 😉 [Das freut den Huddle-Kolumnisten der Cowboys natürlich]

 

In den amerikanischen NFL-Übertragungen sind Zweier-Teams Standard, teilweise wurde sogar mit drei Kommentatoren – z.B. bei den Monday Night Spielen – gearbeitet, während hierzulande meistens nur ein Kommentator verwendet wird. In welcher Konstellation arbeitest Du am liebsten?

Ich habe alleine angefangen und fast meine gesamte Karriere ohne Partner gearbeitet. Das finde ich sehr schade, da es viel mehr Spaß macht mit Experten oder Co- Kommentatoren, über ein Spiel zu sprechen. Da gibt es natürlich auch Unterschiede, aber ich kann eigentlich aus jedem das Beste rauskitzeln. Daher bin ich sehr froh, daß sich inzwischen auch hierzulande – zumindest für US-Sport – die Zweier-Konstellation beim Kommentar durchgesetzt hat. Auch für die Zuschauer ist es deutlich angenehmer, nicht 3 Stunden nur eine Stimme zu hören.

Was wünscht Du Dir für die kommende Saison sportlich und was persönlich?

Für die Saison wünsche ich mir ähnliche Überraschungen wie 2017 und weiter so aggressive neue Trainer, wie Doug Pederson und Sean McVay – die haben der Liga echt gut getan!! Dazu natürlich eine sportlich relevante Saison der Cowboys, ohne Skandale und Sperren. Persönlich hab ich alles, was ich brauche, also soll es einfach so bleiben.

 

Herzlichen Dank für das Interview!

Dann drücken wir Dir die Daumen, dass auch alles so bleibt, wie es ist für Dich!

 

Folgt Günter Zapf hier bei Twitter:

NFL DAZN sport1

 

 

 

2 Gedanken zu „Interview Kommentator Günter Zapf

  • 19. April 2018 um 13:41
    Permalink

    Hello ,

    I saw your tweet about animals and thought I will check your website. I like it!

    Antwort

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