Jan Jagla – DAS Interview

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Jan Jagla kennt der durchschnittlich Sportinteressierte als ehemaligen Basketballnationalspieler von Bayern München und Alba Berlin – also unter anderem. Allerdings ist er auch begeistert von der NFL und mittlerweile darüberhinaus Owner eines Fantasy Teams. Zudem kommentiert er mittlerweile bei DaZn – höchste Zeit also für ein Interview!

Erst einmal Danke für deine Bereitschaft zum Interview hier!

Nachdem es ja auch für den ein oder anderen Football-Nachwuchsspieler ein Thema ist: Wie schwer fiel Dir 2001 die Entscheidung, die Familie zurück zu lassen und für den Basketball in die Vereinigten Staaten zu Penn State zu gehen?

Das war damals nicht so schwer, ich wollte unbedingt an einem US College Basketball spielen. Ich habe da lange daraufhin gearbeitet und als es soweit war, war ich absolut bereit. Ich denke gerade auch im Football muss man diesen Schritt wagen, wenn man mal Profi werden will.

Die Atmosphäre bei einem College oder selbst High-school Football Game kann man sich als Außenstehender kaum vorstellen. Bei Penn State waren jeden Samstag mehr als 100.000 Zuschauer im Stadion, das war der Wahnsinn.

Warum wurde es gerade Penn State? Hattest Du ein Scholarship (Stipendium)?

Ich hatte mehrere Scholarship Angebote verschiedener Unis, aber für mich war klar, es musste eine große Conference sein. Ich wollte gegen die besten spielen.

Im Basketball waren das zu meiner Zeit vor allem die ACC und die Big Ten mit Unis wie Michigan, Michigan State, Ohio State, Illinois, Wisconsin etc. Als ich dann das erste Mal bei Penn State meinen official Visit gemacht habe, fühlte ich mich sofort wohl.

Das ist einer der schönsten Campuse der USA und es ist ein ganz besonderes Lebensgefühl dort zu leben. Das kann man nur sehr schwer in Worte fassen.

Was hast Du in den Staaten am meisten vermisst im Vergleich zu Deutschland (abgesehen von der Familie natürlich)?

Das Essen in der Cafeteria lies doch ab und zu zu wünschen übrig, da hat man sich schon Mamas Küche gewünscht und um ganz ehrlich zu sein, das Training. In Deutschland war ich gewohnt jeden Tag mindestens einmal zu traininieren und das das ganze Jahr. Im College gibt es spezielle NCAA Regeln, die es den Teams nur erlauben 6 Wochen vor der Saison zu trainieren und nach der Saison gar nicht mehr. Da muss man als Spieler sehr viel Eigeninitiative mitbringen, um sich auch in der Offseason zu verbessern. Aber ansonsten hat mir das Studentenleben dort sehr gefallen. Da war eher die Eingewöhnungsphase in das Profi-Leben danach etwas schwerer.

Wie sehr hast Du den Skandal rund um das Footballteam Penn States mit Headcoach Joe Paterno und vor allem seinen Assistenztrainer Jerry Sandusky verfolgt (Anm: letzterer wurde 2012 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in einer Vielzahl von Fällen angeklagt und effektiv zu „lebenslänglich“ verurteilt) ?

Wenn du an einer amerikanischen Uni warst, dann bist du meist ein Nittany Lion for Life. Das heisst die Uni bleibt Herzensangelegenheit und man bleibt involviert in die Geschehnisse. Ich kannte viele Leute wie Coach Paterno persönlich und da traf das ganze einen natürlich besonders.

Sandusky war mir in meiner Zeit nie ein Begriff oder eine Person, die auf dem Campus in Erscheinung getreten ist. Das Ausmaß des Skandals ist sehr erschreckend und die Opfer tun einem sehr leid, auch weil man in unmittelbarer Nähe nichts davon mitbekam. Leider wird wohl nie geklärt, wer in welchem Maße Mitschuld trägt, allerdings ist die Uni sehr bemüht alles zu tun, damit so etwas nie wieder passieren kann.

Jetzt bist Du ja schon ganz schön rumgekommen in der Welt. Wo hat es Dir von der Stadt her am besten gefallen – und wo am wenigsten?

Ich habe in vielen tollen Städten gelebt, doch bis heute habe ich die innigste Beziehung zu Barcelona, ich habe noch viele Freunde dort und bin auch des öfteren da, um die Stadt zu genießen. Eigentlich gibt es keinen Ort in meiner Karriere, wo ich mich komplett unwohl gefühlt habe.

In Quakenbrück, einer Kleinstadt in NRW, war es als Berliner Großstadtkind etwas schwieriger, aber auch da waren die Menschen sehr nett.

Deine Frau ist ja auch „basketball-affin“ bzw. als Tochter eines Trainers damit aufgewachsen. Wieviel spielt Basketball in Eurem Leben nach Abschluss Deiner aktiven Karriere jetzt noch eine Rolle?

Basketball hat in unserem Leben natürlich eine große Wichtigkeit, wir sind natürlich auch mit dem FC Bayern noch eng verbandelt und sind noch oft bei den Spielen, aber aktiv haben wir uns beide für das erste zurückgezogen.

Ein nur leicht angestaubtes Interview des Ehepaars Jagla aus 2010 gibt’s übrigens bei Youtube (Link).

Wie steht es um Dein Studium und den Beruf nach dem Basketballberuf?

Studium ist an der Penn State im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen worden und jetzt bin ich auf der Suche nach der nächsten Herausforderung im Sportmarketing.

Wie kam es zu dem Engagement bei DaZn?

Die Jungs von Spox kenne ich schon länger und da DaZn Deutschland ja in München sitzt, kamen sie auf mich zu. Ich bin mal gespannt wie das läuft über die Saison. Die NBA läuft ja schon auch mal um 4 Uhr morgens.

Was / welche Partie würdest Du am liebsten kommentieren?

Die, in der Dirk zum 2. Mal NBA Champion wird.

Ok – wer würde das nicht noch einmal gerne sehen?!

 

Wie lange kennst Du die #ranNFL-Gang um Frank Buschmann, Icke und Schmi-So schon?

Buschi schon sehr lange, denn er war ja ein langjähriger Begleiter des Basketballs auf dem Kommentatorenplatz, Schmiso habe ich auch in dieser Funktion vor einiger Zeit kennengelernt und Icke kenne ich bis jetzt nur aus Twitter Konversationen, aber das sollte sich ja am Mittwoch bei #ranBasketball ändern.

Seit wann verfolgst Du die NFL?

Seit meiner ersten Zeit in den USA, damals an der Highschool. Football ist mein absoluter Lieblingssport zum Anschauen im TV.

Deinen Tweets (@jjagla45) konnte ich entnehmen, dass Du Anhänger der Cleveland Browns bist – also schon der dritte (und wohl auch letzte), den ich jetzt kenne. Wie ist denn das passiert?

Die Zeit in einer kleinen Ohio Highschool in den 90ern hat mich da wohl geprägt. Das in Kombination mit Pennsylvania Football Fans, die doch recht laut und gewöhnungsbedürftig E-A-G-L-E-S oder Steelers rufen, haben mich in meinem Fansein der schlechtesten NFL-Franchise unterstützt.

In wie vielen Fantasyligen bist Du aktiv und mit wem?

Nur in einer, ich mache das auch das erste Mal und habe zwar sehr viel Spass daran, aber auch viele frustrierende Stunden [wer nicht…]. Ich spiele in einer 14 Team Liga und das ist schon schwer da Ausfälle zu kompensieren. Aber das Stafford/M.Jones Tandem beschert mir regelmäßig nette Sonntagabende.

Würde ein NFL-Spiel in Deutschland helfen – also sowohl der NFL als auch der GFL?

Ich glaube, dass der Sport weiter internationaler werden sollte. Das ist schon ein Erlebnis ein NFL-Spiel zu sehen. Ich glaube dem Sport würde es gut tun, ein Spiel in Deutschland zu haben. Das gilt übrigens auch für Basketball.

Abschließend: wo in Deutschland sollte ein NFL-Spiel stattfinden und zwischen welchen Mannschaften?

Generell möglichst nahe an meinem Wohnort 🙂 Da müsste man statistisch gucken, wo es die meisten Fans gibt, aber in München ist natürlich auch die Anbindung für andere Länder optimal. Ich würde gerne die Broncos sehen, mein 2. Lieblingsteam, man braucht ja auch eins, das ab und zu mal gewinnt.

Herzlichen Dank und alles Gute (auch mit dem First Overall Pick der Browns nächstes Jahr) !

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