Saisonvorschau Philadelphia Eagles 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

Trotz zwei Super Bowl Teilnahmen wartet man schon eine ganze Weile – bisher vergeblich.

Abgänge:

Vor allem beim Receiverkorps wurde stark ausgemistet – kein Wunder: Jordan Matthews, Dorial Green-Beckham und Nelson Agholor hatten gleich 21 Drops zu verantworten. Matthews wurde überraschend Anfang August nach Buffalo transferiert (für CB Ronald Darby) und Green-Beckham gleich zu Beginn der Offseason entlassen. Nur Agholor ist noch übrig und dürfte hoffentlich die Zeichen der Zeit erkannt haben.

In der Defense verabschiedete man vor allem Linebacker Connor Barwin, der bei den Los Angeles Rams unterschrieb. Den hätte man wohl auch gerne gehalten, aber der Salary Cap trägt seinen Namen nicht zu Unrecht.

Dazu ist noch Jourdan Lewis weg und wird ausgerechnet für den Divisionsrivalen Dallas Cowboys auflaufen.

Zugänge:

Da gab es – auch aufgrund der doch zahlreichen Abgänge – einige zu vermelden: als Backup kehrt Nick Foles zurück, der sein mit Abstand bestes Jahr (auch gleichzeitig das einzig Gute) in Philadelphia verlebte. Aber 2013 ist lange her und seine folgenden drei Jahre verliefen eher schlecht.

Bei den Running Backs ist mit LeGarrette Blount ein aktueller Super Bowl Sieger verpflichtet worden (und mit DE Chris Long zuvor ein weiterer). Er soll Ryan Matthews als RB1 ablösen, den man nach seiner Genesung aus finanziellen Gründen entlassen hatte.

Blount soll der Offense gerade in Goal Line Situationen mehr Durchschlagskraft verleihen.

Richtig viel Veränderungen gab es bei den Wide Receivern: der anerkannt beste der Free Agent Klasse, Alshon Jeffery, kommt aus Chicago und wird durch Deep Threat Torrey Smith ergänzt.

Der Upgrade sollte deutlich spürbar sein im Vergleich zu den „Fängern“ des Vorjahres. Guard Chance Warmack (zuletzt Titans) dürfte der O-Line mehr Stabilität verleihen und die Cornerbacks Patrick Robinson (Colts) und Ronald Darby (per Trade von den Bills für Jordan Matthews) sorgen für eine auf dem Papier gut verstärkte Pass Defense.

Draft:

Mit DE Derek Barnett (Tennessee Vols) kam der erhoffte und erwartete Pass Rusher, den viele Experten schon zuvor für die Eagles getippt hatten.

Der in Runde 2 verpflichtete Passverteidiger Sidney Jones wird dagegen noch längere Zeit ausfallen. Er war vor dem Combine hoch gehandelt worden, verletzte sich jedoch dann schwer an der Achillessehne. Seine Verpflichtung ist nicht ohne Risiko gewesen; hier wird sich erst mittelfristig zeigen, ob es sich nicht um einen verschenkten Pick handelte.

Der Star:

Mit Jordan Hicks und Zach Ertz hat man Spieler, die sicherlich auch dieses Prädikat verdienen würden. Bei den Eagles wird Erfolg und Misserfolg jedoch daran festzumachen sein, wie sich Quarterback Carson Wentz weiterentwickelt.

Die Ansätze waren positiv und versetzten die Fans zu Beginn in eine regelrechte „Wentzmania“. Er hatte viel Vorschusslorbeeren bekommen und das viele Kapital, das die Eagles in Form von Draftpicks investieren mussten, auch zeitweise gerechtfertigt. Seine Leistungen sind noch höher zu bewerten, da er ja erst eine Woche vor Saisonbeginn zum Starter ernannt wurde (nach dem überraschenden Trade von Bradford nach Minnesota) und er zuvor im Camp verletzungsbedingt kaum spielen konnte.

Der Coach:

Doug Pederson kam vor Jahresfrist von den Chiefs, wo er unter Ex-Eagles Coach Andy Reid „gedient hatte“. Der empfohl ihn wärmstens und konnte ihm so den Head Coaching  Job verschaffen.

Pederson hatte in seinem Rookie-Jahr immer wieder einmal Anlaufschwierigkeiten, abgelöst von guten Entscheidungen. Alles in allem ein ähnlich durchwachsenes Jahr wie das des kompletten Teams.

Viele Kinderkrankheiten dürfte er jetzt abgestreift haben und nach der folgenden Saison kann man seine Arbeit wohl erst richtig beurteilen.

Mein Tip im Vorjahr: 4-12

Tatsächlich: 7-9

Die Saison fing sensationell an mit 3 Siegen in Folge inklusive einer Demontage der Steelers vor der Bye Week (34:3). Dann hatten die Gegner Wege gefunden, um Carson Wentz aus dem Rythmus zu bringen, die O-Line schwächelte, die Defense stand zu lange am Platz… und letztendlich ging es steil bergab.

Am Ende gewann man nach einer langen Durststrecke noch gegen die Giants und Cowboys zu Hause, die sich jedoch beide für die Playoffs schonten.

Die unfehlbare Prognose für 2017: 8-8

GM Howie Roseman hat ein Team, das so schlecht nicht wahr, punktuell deutlich verstärkt. Allerdings spielen die Eagles auch in einer der schwersten Divisions der Liga. Ein 10-6 und die damit verbundene Playoffqualifikation würden mich nicht wundern, einen Absturz kann ich mir nur bei einer Verletzungsepidemie vorstellen.

Der Pfeil zeigt eindeutig in die richtige Richtung bei den Eagles und der nächste Schritt kommt, wenn auch nur zögerlich.


 

 

Die Vorschau 2016:

Die letzte Lombardi Trophy:

Trotz zwei Super Bowl Teilnahmen wartet man schon eine ganze Weile – bisher vergeblich.

Mein Tip im Vorjahr:

8-8 und nur Platz drei in der NFC East. Eigentlich unvorstellbar, dass QB Sam Bradford mal eine ganze Saison spielt und dann wirds düster.

Tatsächlich:

7-9. Und sogar der 2. Platz in der Division…aber fühlte sich eher wie 4-10 an. Folgerichtig wurde Chip Kelly sogar noch während der laufenden Saison entlassen, nachdem man ihm in der vorherigen Offseason quasi alle Freiheiten übertragen hatte. Seine Offense sah kein bißchen so aus, wie man das bei seinem Antritt erwarten konnte und die Defense war auch eher unterdurchschnittlich. Um es vorsichtig auszudrücken.

Das Highlight der letzten Saison

Am 13. Spieltag stand ein Auswärtstrip nach Foxborough an, wo die Gegner üblicherweise nicht viel zu bestellen haben. Die Eagles gewannen jedoch in einem unterhaltsamen Spiel 35-28 und rechneten sich noch ganz gute Playoffchancen in einer erneut schwachen NFC Least aus. Die letzten vier Spiele splittete man allerdings nur, so dass die Playoffs ohne Philadelphia stattfanden.

Mein Tip für 2016:

4-12. Das Ausbügeln der Fehler – oder zumindes was GM Roseman als solche wahrnahm – der Ära Kelly hat Substanz gekostet. Dazu das Offseason-Theater um Sam Bradford, der keinerlei Lobby mehr im Lockerroom haben dürfte und dann kurz vor Saisonbeginn an die needy Minnesota Vikings abgegeben wurde (zumindest mit einem 1st und einem 4th Pick sehr ertragreich)…außer einem neuen Coach gibt es eigentlich kaum Grund zur Hoffnung. Und da ist man sich nicht sicher, ob den Andy Reid nicht nur loshaben wollte und seinem Ex-Arbeitgeber aufgeschwatzt hat…

Vor dem Bradford Trade hatte ich auf 6-10 getippt. Der Wechsel vom oft verletzten Sam zum Backup oder irgendwann Wentz kostet sie nochmal 2 Siege.

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Das Team selbst hat eigentlich keinen wirklich bekannten Spitznamen, aber die Fans werden schon einmal als „Boo Birds“ bezeichnet; weltbekannt ist die Geschichte, als die unzufriedenen Fans 1968 sogar Santa Claus mit Schneebällen und Batterien in der Halbzeitpause bewarfen.

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Die Eagles schaffen es nahezu jedes Jahr in die Playoffs – allein zehn Mal seit 2000 (2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2006, 2008, 2009, 2010, 2013).

Und dann ist üblicherweise Schluss.

2004 schafften es Philadelphia mit den schillernden Persönlichkeiten (das klingt jetzt nett) Donovan McNabb als QB und WR Terrell Owens in den Super Bowl. Kurz vor Schluss hatten sie auch die Chance zum siegbringenden Drive, aber nach übereinstimmenden Berichten im Nachhinein war McNabb einfach platt.

Zudem kamen die Beiden abseits des Feldes überhaupt nicht miteinander aus, was auch nicht hilfreich war.

Somit wartet eine der am meisten geliebten Franchises weiter auf einen Titel – es wäre der erste seit 1960.

Letzte Saison:

10 Siege – 6 Niederlagen

Stars der Eagles:

Man hat das Gefühl, dass Coach Chip Kelly der Star sein soll; seit er zusätzlich als General Manager auch für die sportlichen Belange zuständig ist, tradete er einige Leistungsträger weg, die seine Philosophie kritisch hinterfragten.

Allerdings wurde mit Free Agent RB DeMarco Murray der beste RB der vergangenen Saison verpflichtet, der gerade beim NFC East Rivalen Dallas Cowboys die meisten Yards der Liga erlaufen hatte.

Dafür wurde LeSean McCoy in die Wüste bzw. nach Buffalo geschickt, der sicher auch zu den talentierteren seines Fachs gehört.

Dazu wurde der verletzungsanfällige QB Sam Bradford aus St. Louis importiert; sollte er fit bleiben – was sich niemand ernsthaft vorstellen kann nach den letzten Jahren – so wäre er ideal für Kellys System.

Coach:

Head Coach Chip Kelly ist seit 2013 am Ruder in Philadelphia. Zuvor war er einer der erfolgreichsten College-Coaches bei den Oregon Ducks.

Es wurde viel spekuliert, ob er sein sehr schnelles System auch in der NFL anwenden könnte. In Grenzen ist das sicher gelungen – so erbte er ein Team, das die Saison 2013 mit einer Bilanz von 4-12 abgeschlossen hatte, und brachte es in beiden Jahren jeweils auf 10 Siege und 6 Niederlagen.

Kopfschütteln ruft er allerdings seit seiner Aufgabenerweiterung im Januar 2015 hervor, als er zusätzlich zum Sportlichen Leiter ernannt wurde.

Er tradet Spieler wie es sonst nur die Manager ihres Fantasy Teams machen. Zudem wollte er wohl seinen QB aus College-Zeiten, Marcus Mariota, der im Draft 2015 letztendlich an #2 von den Titans gezogen wurde, nach Philadelphia holen.

Die vermeintlichen Angebote der Eagles an die Titans waren das Thema in der Woche vor dem Draft. Letztendlich gelang es nicht und diese Saison könnte deutlich die Weichen stellen, wie es mit Kelly in Philadelphia weitergeht.

Unterhaltsam ist er auf jeden Fall, was sich positiv von dem üblichen nichtssagenden bla-bla anderer Coaches abhebt.

Ziel:

In der NFC East hat jeder irgendwie das Ziel Super Bowl. Vermutlich werdens auch die Eagles wieder nicht schaffen.

Kontroversen:

Momentan hat Chip Kelly (es dreht sich anscheinend positiv wie negativ alles um ihn) Rassismusvorwürfe am Hals.

Spieler, die er gehen ließ, weil sie sein System nicht umsetzen konnten (seine Erklärung), deuteten an, dass es mit ihrer Hautfarbe zu tun haben könnte.

Dass es auch mit fehlender Intelligenz zu tun haben könnte, drängt sich dem objektiven Beobachter auf.

RB LeSean McCoy schaffte es z.B. mit einer „ausschließlich-Frauen-Party“ vor dem Trainings Camp der Bills in die Schlagzeilen. Interessierte Damen sollten sich schriftlich – und natürlich mit Bild – anmelden. Männer unerwünscht.

Was man halt so macht, wenn man NFL-Spieler, Junggeselle und nicht besonders hell ist.

Passend zu den Rassismusvorwürfen: WR Riley Cooper, ziemlich hellhäutig, musste sich 2013 mit einem Video auseinandersetzen, als er bei einem Kenny Chesney Konzert das „N-Wort“ benutzte. Er wurde mit einer Geldbuße in nicht bekannter Höhe belegt und vielen Entschuldigungen.

Gut zu wissen:

Die Eagles haben eine grauenhafte Heimbilanz die letzten fünf Jahre (wahrscheinlich, weil neben Santa Claus auch die Spieler Angst vor Schneebällen und Batterien haben): 19 Heimsiegen stehen 23 Niederlagen gegenüber – für ein dermaßen gutes Team eigentlich undenkbar.

Tip für 2015:

8-8 und nur Platz drei in der NFC East. Eigentlich unvorstellbar, dass QB Sam Bradford mal eine ganze Saison spielt und dann wirds düster.

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