Saisonvorschau Washington 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

XXVI – 1992 (dazu 1988 und 1983)

 

Abgänge:

Die beiden nicht immer ganz einfachen – aber produktiven – Wide Receiver DeSean Jackson (Bucs) und Pierre Garcon (49ers) sind weg.

DE  Ricky Jean-Francois wird künftig das Packers Jersey tragen, während der verlässliche D-Liner Chris Baker ebenfalls nach Tampa Bay wechselt.

Zugänge:

Ersetzen sollen die beiden abgegebenen Wide Receiver der umgeschulte Quarterback Terrelle Pryor, der in Cleveland überzeugte und einen kostengünstigen 1-Jahresvertrag unterschrieb, sowie Josh Doctson, der in seinem Rookiejahr verletzungsbedingt nur zwei Spiele eingeschränkt bestreiten konnte.

In der Defense wurde gleich eine ganze Reihe neuer Spieler begrüßt: Nosetackle Stacy McGee (zuvor Raiders), DE Terrell McClain (aus Dallas), Safety D.J. Swearinger und vor allem Buffalos Linebacker Zach Brown sollen eine im Vorjahr statistisch im hinteren Drittel der Liga angesiedelte Defense nach vorne bringen.

Draft:

In Runde #1 kümmerte man sich ebenfalls gleich um die Defense: DE Jonathan Allen (Alabama) wurde an Position 17 geholt.

In Runde #2 folgte mit Outside Linebacker Ryan Anderson noch ein weiterer Verteidiger aus Alabama.

Der Star:

Auch wenn er vielleicht nicht DER Star ist, so drehte sich doch fast die gesamte Offseason um Quarterback Kirk Cousins. Das hing vor allem damit zusammen, dass das Management um den mittlerweile entlassenen Scot McCloughan dessen Vertragssituation komplett gegen die Wand gefahren hatte.

Im Vorjahr gab man ihm statt einer möglichen Vertragsverlängerung das Franchise Tag (knapp 20 Millionen) – wohl um ganz sichergehen zu können, ob er der Franchise Quarterback werden soll.

Jetzt konnte man sich nach einem starken Jahr von Cousins erneut nicht einigen und er spielt wieder mit einem Tag. Diesmal für knapp 24 Millionen. Nächstes Jahr würde das Tag exorbitant steigen, weswegen Washington entweder in den sehr sehr sauren Apfel einer viel zu späten Vertragsverlängerung beißen oder ihn entlassen muss. Das Sommertheater 2016 und 2017 wird auch nächstes Jahr noch anhalten – gerade wenn er wieder groß aufspielen sollte.

Der Coach:

Der wohl immer noch unbekanntere der Gruden Brüder, Jay (ex Raiders- und Bucs-Coach John Gruden ist jetzt seit etlichen Jahren Experte bei ESPN in den Monday Night Spielen), ist bereits seit Januar 2014 bei Washington.

Sollten die Skins auch in diesem Jahr die Playoffs verfehlen, könnte es das dank des kurzen Geduldsfadens von Owner Dan Snyder gewesen sein. Angesichts des engen Konkurrenzkampfs in der NFC East alles andere als unvorstellbar.

Mein Tip im Vorjahr: 7-9

Tatsächlich: 8-7-1

Die Saison begann mit einem klassischen Fehlstart in Form von zwei Heimniederlagen gegen die Steelers und Cowboys. Nach vier Siegen in Folge gegen leichtere Teams schien man wieder auf Kurs zu sein, aber letztendlich sorgte ein durchschnittliches Abschneiden in einer starken Division für ein frühes Aus nach der Hauptrunde.

Die unfehlbare Prognose für 2017: 4-12

Ich erwarte einen Kirk Cousins, der nicht noch einmal so stark unter dem Druck des Franchise Tags aufspielt, wie im Vorjahr. Dazu ein Running Game, dessen RB1 Fat Rob Kelley ist, und ein runderneuerter Receiving Korps, der erst noch zusammenfinden muss.

In die Defense wurde stark investiert – ob sie das jedoch nach vorne hievt, bleibt abzuwarten.

Ich fürchte, das wird die Saison, in der in Washington alles zusammenbricht und nach der Jay Gruden seinen Hut nehmen muss.

Die Vorschau aus Fansicht

von Mike Leonhardt @Simallein

Probleme gibt es in jedem Team, damit muss man leben.

Die Stärke liegt in dem, was man daraus macht. Seit den 90ern sind sie meine Lieblingsmannschaft, die Washington Redskins.

Letzte Saison hätten sie richtig was reißen können, aber vorbei und auf zur neuen Saison.

Leider ist OC Sean McVay weg, der sehr beliebt war und die Offense gut entwickelt hat.

Im ersten Punktspiel gegen die Philadelphia Eagles bin ich guter Dinge.

QB Kirk Cousins kann top sein, wenn er ruhig bleibt und er muss unbedingt seinen Rhythmus finden – dann kann es auch nach den ganzen Tiefs wieder ein Hoch geben und ab in die Playoffs für die Washington Redskins!

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Die letzte Lombardi Trophy:

XXVI – 1992 (dazu 1988 und 1983)

Mein Tip im Vorjahr:

3-13 und wie allgemein erwartet Platz vier in der NFC East. Der Abstand zu den anderen drei Teams in der Division erscheint immens.

Tatsächlich:

9-7. Da lag ich meilenweit daneben. Im Schneckenrennen um den Divisionssieg hatte am Ende Washington die Nase vorn. Das Risiko von Head Coach Gruden, sich früh auf Kirk Cousins und nicht auf RGIII festzulegen, zahlte sich aus. Cousins war stark und gewann letztendlich verdient die Division – auch wenn ausnahmslos alle Siege gegen Teams mit einer negativen Bilanz eingefahren wurden.

So überraschte es auch nicht, als man in den Playoffs nichts zu bestellen hatte gegen die Packers.

Highlight der letzten Saison

Die letzten 4 Spiele wurden alle gewonnen – darunter das wichtige vorletzte im quasi „Endspiel“ um den Divisionsieg bei den Eagles. So ging man mit einem guten Gefühl in die Playoffs, enttäuschte dort aber. Trotzdem Grund genug, optimistisch nach vorne zu schauen.

Mein Tip für 2016:

7-9. So ganz konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man über die Verhältnisse spielte und wohl ein kleiner Rückschritt zu erwarten ist. Mit Alfred Morris gab man einen früheren Star zu einem Divisionskonkurrenten ab und ob Matt Jones noch einmal so stark spielen kann wie in seinem Rookie-Jahr, ist nicht gewiss. Dazu hat man jetzt einen sogenannten First Place Schedule, so dass der ein oder andere Gegner etwas schwieriger wird.

In einer ausgeglichenen NFC East ist auch der Division-Sieg wieder drin, allerdings erscheint er ähnlich unwahrscheinlich wie im Vorjahr.

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Die „Skins“ und „The Burgundy and Gold“ nach den Teamfarben.

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Die Vince-Lombardi-Trophäe für den Super Bowl Sieg ist mittlerweile etwas angestaubt – sie ist ja auch schon aus dem Jahr 1991.

Seit dem Millenniumswechsel konnte sich Washington lediglich drei Mal (2005, 2007 und 2012) für die Playoffs qualifizieren. Es schaut auch nicht danach aus, als ob das in diesem Jahr besser wird.

Letzte Saison:

4 Siege – 12 Niederlagen

Stars der Franchise:

Der Star wurde im Draft 2012 an #2 (hinter QB Andrew Luck von den Colts) gezogen und heisst QB Robert Griffin III.

Hierzu musste man sich den Pick von den St Louis Rams teuer erkaufen: es wurden die Erstrundenrechte 2012 (#6), 2013 und 2014 sowie das Zweitrundenrecht 2012 fällig im Tausch.

In St Louis lacht man heute noch (siehe „Gut zu wissen“ weiter unten).

RG3, wie er gerne abgekürzt wird, schien dieses Vermögen zunächst auch zu rechtfertigen: im ersten Saisonspiel gewann man sensationell 40-32 bei den New Orleans Saints und er hatte sehr großen Anteil daran.

Die Saison verlief bis Dezember sehr gut für das Team im Allgemeinen und ihn im Speziellen, weswegen er auch zum Rookie des Jahres gewählt wurde.

Die Probleme begannen Anfang Dezember, als er sich nach einem regelkonformen Tackle von Haloti Ngata gegen Baltimore am rechten Knie verletzte. Er spielte in den nächsten Spielen und verschlimmerte das ursprüngliche Problem.

Kurz vor dem Playoff-Spiel bei den Seattle Seahawks wurde bekannt, dass er keine Freigabe von Kniespezialist und Halbgott in weiß Dr James Andrews für das Spiel bekommen hatte.

Er spielte trotzdem (ineffektiv) und musste im Anschluss an den Kreuzbändern operiert werden.

Seitdem ist er nicht mehr derselbe, spielt bestenfalls durchwachsen, fällt für einen Führungsspieler fragwürdige Entscheidungen im Umgang mit den Teamkollegen und sorgte mehr oder weniger für die Entlassung von Coach Shanahan. Die Redskins sind erneut am Boden.

Nach dem dritten Vorbereitungsspiel platzte dann die Bombe: Washington wird mit Kirk Cousins als QB1 in die neue Saison gehen. Klares Zeichen: Jay Gruden geht sowieso davon aus, dass er entlassen wird, wenns nicht läuft und wills daher mal mit einem Quarterback versuchen, der eher seiner Spielvorstellung entspricht als RG3.

Und was Robert Griffin III angeht: selbst eine Entlassung in den letzten Roster Cuts, um auf 53 Spieler zu kommen, ist nicht mehr ausgeschlossen.

Coach:

Für einen kurzen Moment wollte man Owner Dan Snyder schon gratulieren, als die Verpflichtung von Coach Gruden bekannt gegeben wurde.

Allerdings wurde schnell klar, dass es sich nicht um den Super Bowl Gewinner von 2002, Jon Gruden, mittlerweile Kommentator und Experte bei Monday Night Football, handelte.

Vielmehr wurde sein jüngerer Bruder, Jay Gruden, zuvor Offensivkoordinator bei den Cincinnati Bengals, geholt.

Das sorgte für einiges Kopfschütteln – war dieser Gruden doch eher wenig aufgefallen (zumindest aber auch nicht negativ) und eher unverdächtig, irgendwo eine Head Coach Stelle zu bekommen.

Die erste Saison wurde dann mit einer Bilanz von 4 – 12 auch sauber an die Wand gefahren. Sollte sich ähnliches in der kommenden Spielzeit wiederholen, dann war es das für Gruden in Washington. Eigentümer Dan Snyder ist diesbezüglich nicht für Geduld bekannt.

Ziel:

Schwierig zu sagen. Vermutlich würde Gruden auch bei einer deutlichen Steigerung (und das wäre z.B. 7 – 9) entlassen.

Kontroversen:

Das ist in diesem Fall leicht anzugeben: dem aufmerksamen Leser dürfte aufgefallen sein, dass ich das Wort „Redskins“ auf den vorliegenden Seiten vermieden habe und stattdessen Hilfskonstruktionen wie „Franchise“ verwende.

Die Diskussion, ob es sich bei dem Ausdruck um eine Beleidigung und Herabwürdigung der indianischen Ureinwohner handelt, geht eigentlich schon seit Jahren. Mit mehr oder weniger Arroganz wurde das von Seiten des Teams immer wieder zurückgewiesen.

Vermutlich werden einige momentan anhängige Gerichtsverfahren über die Zukunft des Namens entscheiden: ein Gericht entschied dieses Jahr, dass die Copyright- und Trademark-Rechte an dem Begriff nichtig sind und damit jeder Sachen mit diesem Aufdruck herstellen könnte, was massive wirtschaftliche Einbußen für den Eigentümer zur Folge hätte.

Die Berufungsverhandlung läuft, aber sollte das Erstinstanzurteil bestätigt werden, so dürfte eine Umbenennung nur eine Frage der Zeit sein. Wie so oft geht es nur über den Geldbeutel.

Gut zu wissen:

Unter „Stars der Franchise“ hatte ich angeführt, was für Picks Washington im Trade für die #2 an St Louis schicken musste. Dafür wurden natürlich auch Spieler geholt und die ernannte Coach Fisher von den Rams zu Kapitäten für die Platzwahl im Duell Anfang Dezember 2014.

Nur so als kleine Erinnerung. Und um das Klima wahrscheinlich noch etwas rauher zu gestalten.

Im Einzelnen handelt es sich um WR Stedman Bailey, CB Janoris Jenkins, DT Michael Brockers, RB Zac Stacy, LT Greg Robinson und LB Alec Ogletree.

Wirkliche Superstars wurden die bisher auch nicht, aber RG3 ebenfalls nicht. Und die besseren Aussichten hat momentan eindeutig St Louis.

Tip für 2015:

3-13 und wie allgemein erwartet Platz vier in der NFC East. Der Abstand zu den anderen drei Teams in der Division erscheint immens.

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