Saisonvorschau Detroit Lions 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

Die Lions sind schon ewig dabei…und waren noch nie im Finale. Dazu als einziges Team ein 0:16 vor ein paar Jahren. „Misery loves company“.

Abgänge:

RG Larry Warford und Right Tackle Riley Reiff wurden gehen gelassen und ersetzt. OLB DeAndre Levy, der zuletzt 2014 gut spielte, ist ebenso nicht mehr Teil des Kaders wie WR Anquan „Q“ Boldin, der kurz bei den Bills anheuerte, um dann seinen Rücktritt vom Profisport zu erklären. Der Ironman wird mir auf jeden Fall fehlen. Wer spielt, obwohl im Injury Report „Doubtful: Broken Face“ steht, und abseits des Feldes so viele soziale Projekte unterstützt wie Q, ist ein ganz, ganz Großer.

Zugänge:

Die O-Line wurde fast komplett umgekrempelt: Left Tackle Greg Robinson kam via Trade von den Rams, wo er seinem Status als #2 Overall Pick 2014 nie gerecht wurde. T.J. Lang und Ricky Wagner sollen die oben genannten Warford und Reiff ersetzen.

Mit CB D.J. Hayden kam ein bislang ebenfalls enttäuschender First Round Pick aus Oakland.

Alles nicht unbedingt Moves, die auf eine deutliche Verbesserung hoffen lassen.

Draft:

Die Defense wurde als Schwachpunkt ausgemacht und so verwundert es nicht weiter, dass in den beiden ersten Runden Verteidiger – beide von den Florida Gators – geholt wurden:

Middle Linebacker Jarrad Davis (#21) sollte umgehend den Sprung in die Startformation schaffen. Cornerback Teez Tabor (#53) hat hier noch etwas mehr Konkurrenz vor sich.

Der Star:

Mit Matthew „Matty Ice“ Stafford ist wie bei so vielen Teams der Quarterback der Star. Er war 2009 der 1st Overall Pick der Lions; so richtig weiß man aber nicht, ob er die Lions jemals weiter als Mittelmaß bringen kann.

Auf der anderen Seite gibt es keine Alternative und so verwunderte es nicht weiter, dass er jetzt einen „Monstervertrag“ über 135 Millionen Dollar abschloss – Timing ist eben alles und im nächsten Jahr hätten die Lions deutlich mehr lockermachen müssen (falls er fit bleibt).

Der Coach:

Jim Caldwell wurde für viele unverständlich (eingeschlossen mir) im Januar als Head Coach verpflichtet, nachdem er zuvor bei den Colts schon für massenhaft Witze gesorgt hatte. Bei seiner stoischen Art ist man nie sicher, ob er nicht während des Spiels gegen einen Pappaufsteller ausgetauscht wurde.

Er holte zwar vergangene Saison fast einen Divisionssieg heraus, den wohl nur die eingefleischtesten Fans diesen Lions ohne Megatron Calvin Johnson zugetraut hätten, aber überzeugt bin ich immer noch nicht. Genauso wenig wie die meisten Fans der Franchise.

Mein Tip im Vorjahr: 7-9

Tatsächlich: 9-7

Die Lions drehten ein ums andere Mal verloren geglaubte Partien noch um und standen plötzlich bei einer Bilanz von 9-4. Dann kamen allerdings inklusive des WildCard Spiels in Seattle vier Niederlagen in Folge und das Ende aller Träume.

Trotzdem im Jahr #1 nach Megatron mehr, als ich ihnen zugetraut hatte.

Die unfehlbare Prognose für 2017: 4-12

Ich probiers nochmal mit weniger Siegen: Die Verbesserung der O-Line sehe ich nicht, das Running Game ist absolut unterdurchschnittlich und die vielen Last-Minute-Siege des Vorjahres lassen sich erfahrungsgemäß kaum halten.

Gepaart mit einem schwereren Spielplan kommt mein Saisonrechner da gerade einmal auf die genannten 4 Siege. Das wäre für Jim Caldwell das Ende in Detroit und Matthew Stafford würde wohl auf einige Millionen verzichten müssen bei seinem nächsten Vertrag.

Die Vorschau aus Fansicht

von Marc Heinemeyer (@MarcHeinem)

Recap 2016: Nach schwachem Start und einigem Auf und Ab stabilisierten sich die Lions zur Mitte der Regular Season, gewannen zwischenzeitlich 5 Spiele in Folge und lagen kurz vor Ende sogar auf Kurs Division Title. Eine Verletzung an Quarterback Matt Staffords Wurfhand in Woche 14 gegen die Bears warf die Lions aus der Bahn und die daraus resultierenden unterdurchschnittlichen Leistungen Ihres Leistungsträgers, kombiniert mit einer der schwächsten Defenses der Liga, führte zu drei Niederlagen in Folge. Zwar rettete man sich noch in die Wild-Card Runde, war dort aber gegen ein Seattle-Team, das ebenfalls den eigenen Ansprüchen hinterherlief, klar unterlegen.

 

Vorschau 2017: Was uns Lions-Fans bleibt ist, wie so oft, die Hoffnung auf Besserung in der folgenden Saison. Zumindest hat man versucht auf die schwachen Leistungen in der Defense zu reagieren und beim Draft die Lücke auf der Linebacker-Position gestopft und für Backups bei den Cornerbacks gesorgt. Wenn Ziggy Ansah jedoch eine weitere Saison unter seinen Möglichkeiten bleibt (2 Sacks letzte Saison nach 14,5 in der Vorsaison) fehlt den Lions jeglicher Pass-Rush, was gerade in den Spielen gegen die AFC-South Teams um Atlanta, New Orleans und Tampa Bay katastrophal enden kann.

Meine Hoffnung liegt wie immer auf der Offense um Matt Stafford, den Mann mit Eis in den Venen. Ob er nochmal so wie letztes Jahr 8 Spiele im letzten Viertel drehen kann (NFL-Rekord!) ist zu bezweifeln, jedoch befürchte ich, dass genau das nötig ist, da man dank der weiterhin unterdurschnittlichen Defense oft genug hinterherlaufen wird. Mit Anquan Boldin ist ein Red Zone Threat in Rente gegangen und Tight End Eric Ebron ist seinen Vorschusslorbeeren nie gerecht geworden.

Mit Golden Tate, Matt Jones Jr. und Rookie Kenny Golladay auf den WR-Positionen, sowie Third Down Conversion Maschine Theo Riddick hat Stafford einige Spieler, denen man das Ei zuwerfen kann. Ein insgesamt ordentliches, aber alles andere als Angst einflößendes, Backfield um Abdullah, Zenner, Washington und Neuzugang Matt Asiata lässt erahnen, dass Matt Stafford das macht, was er am besten kann: den Football werfen, als gäbe es kein Morgen mehr! Dies sah aber dank Offense Coordinator Jim Bob Cooter (der heißt wirklich so) letzte Saison schon mal etwas sicherer aus als noch in den vergangenen Jahren!

Mein Tipp: Tradition, hohe Ansprüche, kein Erfolg: böse Zungen behaupten meine Leidenschaft für die Lions stünde in direkter Verbindung mit meinem Lieblingsfußballclub, dem HSV – ganz abzustreiten ist es wohl nicht. Wenn in der eigenen Division 4 der 6 Spiele gewonnen werden können, sind mit dem Restprogramm meiner Meinung nach im Optimalfall 9 Siege und mit Glück wieder eine Wild Card Teilnahme drin. Ganz daran glauben mag ich aber leider nicht. Letztendlich tippe ich auf 8 Siege, ein paar Highlight-Unterarmwürfe von Stafford und die gute alte Tradition eine mögliche Playoff-Teilnahme am letzten Spieltag bei den Packers wegzuwerfen – im wahrsten Sinne des Wortes…

Aber man hat ja immer noch die Hoffnung auf die nächste Saison.

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Die Vorschau 2016:

Die letzte Lombardi Trophy:

Die Lions sind schon ewig dabei…und waren noch nie im Finale. Dazu als einziges Team ein 0:16 vor ein paar Jahren. Misery has company.

Mein Tip im Vorjahr:

7-9 und der dritte Platz in der NFC North.

Tatsächlich:

7-9 . Eine eher seltsame Saison bei den Lions: Nach einem 1-6 Start wurde gleich mal der Staff „umorganisiert“ und nach der nächsten Niederlage die Woche darauf gleich noch Präsident und GM. In der zweiten Hälfte konnte man dann einen 6-2 Record erspielen, so dass es nicht ganz so schlimm aussah.

Eine der richtigeren Prognosen im Vorjahr.

Das Highlight der letzten Saison

Am 15.10.2015 gewannen die Lions letztendlich verdient zum ersten Mal seit 1991 mit 18:16 in Green Bay und zerstörten damit gleichzeitig eine Menge „Leben“ in den Survivor Pools. 

Mein Tip für 2016:

7-9 . Die Lions haben kommende Saison einen der leichteren Spielpläne der Liga. Allerdings haben sie auch den Abgang des überragenden Wide Receivers Calvin Johnson zu verkraften, der vom aktiven Sport zurücktrat. Eine Besserung ist also nicht zu erwarten – vermutlich wird es auch in der 87. Saison nichts mit dem Super Bowl…

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Obwohl es das Team seit 1934 gibt, hat sich kein anderer Nickname etabliert. Einzig das Adjektiv „toothless“ (zahnlos) wurde aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit vor das Lions gestellt.

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Kein Super Bowl Sieg, keine Teilnahme. Ganze zwei Playoff-Teilnahmen 2011 und 2014.

Dazu als einziges Team der Geschichte eine perfekte Saison – allerdings nur mit Niederlagen. Im Jahr 2008 gelang dieses Kunststück.

Die Lions sind ein Musterbeispiel an Harmlosigkeit.

Letzte Saison:

11 Siege – 5 Niederlagen

Stars der Lions:

Der größte Star ist WR Calvin Johnson. Der Modellathlet mit dem Spitznamen „Megatron“ ist wohl der beste Wide Receiver der NFL.

Die Lions waren über Jahre eines der schlechtesten Teams der Liga und durften deshalb mehrmals als Folge den Top Pick des Drafts wählen.

QB Matthew Stafford wurde 2009 an 1 gezogen, Calvin Johnson 2007 an 2 (hinter einem der größten NFL-Versager aller Zeiten, QB JaMarcus Russell von den Raiders).

Allerdings hemmte diese Ausgangsposition auch das Team, da noch die damals üblichen teuren Monsterverträge für Rookies fällig wurden und der Rest des Teams dank Salary Cap dementsprechend billig gehalten werden musste.

Der zweite Star nach Calvin Johnson, DT Ndamukong Suh, konnte sich mit den Lions nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen, und unterschrieb als Free Agent den damals bestdotierten Vertrag für einen Verteidigungsspieler. Er wird den Lions auf jeden Fall merklich fehlen.

Coach:

Head Coach ist Jim Caldwell. Seine Verpflichtung im Vorjahr war eine faustdicke Überraschung. Seine erste Station als Trainer bei den Indianapolis Colts (2009-2011) war trotz gutem Kader nicht erfolgreich verlaufen.

Hierzu kam sein – positiv ausgedrückt – stoisches Verhalten an der Seitenlinie. Kolumnisten scherzten oft, dass man nicht wisse, ob er noch am Leben ist, da er noch nicht einmal mit den Augen blinzelt.

Eigentlich war man einhellig der Meinung, dass er nicht mehr über einen Co-Trainer Job hinauskommen wird.

Das erste Jahr verlief mit einer Bilanz von 11-5 jedoch positiv; es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies mit einem gefühlt schlechteren Kader auch gelingt.

Ziel:

Wunsch ist das Erreichen der Playoffs in einer schweren Divison.

Kontroversen:

Die Defense, in den letzten Jahre zu den besseren der Liga gehörend, sorgte auch für Probleme: Ndamukong Suh trat einen am Boden liegenden Gegenspieler, Nick Fairley angezeigt wegen Drogenbesitzes und Widerstand (er spielt kommende Saison für St Louis). Wirklich ruhig wurde es nie um die Lions.

Gut zu wissen:

Die Lions gehören der Ford-Familie, die mehr oder weniger ganz Detroit zu den Hochzeiten der Automobilindustrie kontrollierte.  Eigentümer William Ford starb im März 2014; seitdem ist seine Witwe die Ownerin.

Das Team hatte die letzten Jahre mit der Rezession in der amerikanischen Automobilindustrie zu kämpfen – wie auch Stadt und Umland. Ernsthafte Umzugsgerüchte kamen trotzdem nicht auf.

Tip für 2015:

7-9 und der dritte Platz in der NFC North.

 

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