Saisonvorschau New Orleans Saints 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

XLIV – 2010 gewann man bereits mit Coach Payton und QB Brees den bislang einzigen Titel.

Abgänge:

Guard Jahri Evans verlässt nach langen Jahren die Saints und heuert in Green Bay an. Vor dem Draft tradete man noch WR Brandin Cooks zu den Patriots für einen 2nd Round Pick.

Begeisterung erntete man mit dem Trade weder bei den eigenen noch bei den Anhängern aller anderen Teams (abgesehen von den Patriots).

Zugänge:

Chase Daniel kam als Backup von den Eagles; sollte er zum Einsatz kommen müssen, ist die Saison wohl gelaufen. Gut laufen soll es dagegen für den mittlerweile 33jährigen Running Back Adrian Peterson, der dringend einen Tapetenwechsel benötigte und einen kostengünstigen Vertrag unterschrieb und mit Mark Ingram endlich auch mal für Rushing Yards bei den Saints sorgen soll.

Fast ebenso alt wie Pederson ist WR / KR Ted Ginn Jr, der zuletzt für die Panthers erfolgreich spielte.

Eine der schlechtesten Defenses soll mit der Verpflichtung von MLB Manti Te’o verbessert werden. Seit der Geschichte mit der erfundenen Freundin vor dem Draft hat man nicht allzu viel von ihm bei den Chargers mitbekommen.

Draft:

Die Passverteidigung war ein riesiger Schwachpunkt im Vorjahr und hier setzte man auch den Hebel an: in Runde 1 wurde CB Marshon Lattimore (Ohio State) und in Runde 2 dann Free Safety Marcus Williams (Utah) geholt. Angesichts der Schwäche der Saints in diesem Bereich dürften beide umgehend zu Startern werden.

Der Star:

Wie bei so vielen Teams ist auch hier der Quarterback der Star und das Gesicht des Teams. Seit seiner Verpflichtung als Free Agent, nachdem er schwer an der Schulter verletzt gewesen war und die Chargers lieber auf den zuvor gedrafteten Philipp Rivers vertrauten, ist er der Musterprofi in New Orleans.

Nach der Flutkatastrophe „Katrina“ gab er mit seinem Team den Menschen Hoffnung und brachte 2010 den Super Bowl Titel nach Louisiana. Spätestens seitdem ist er dort unsterblich.

Der Coach:

Sean Payton ist mittlerweile schon seit 2006 bei den Saints. Die Offense um Drew Brees ist seitdem immer unter den Besten jeder Saison zu finden. Die Defensive konnte da sehr selten mithalten, so dass die letzten 3 Jahre auch nur jeweils eine Bilanz von 7-9 eingefahren werden konnte.

Sein Ruf wurde durch die „BountyGate“ betitelte Sanktion der NFL etwas beschädigt, bei der Spieler der Saints Kopfgelder auf Verletzungen gegnerischer Spieler bekommen haben sollen. Ich bin da sehr vorsichtig, was eine Einschätzung angeht, da die NFL hier gerne mal weit daneben liegt. Er wurde jedenfalls für eine komplette Saison gesperrt.

Mein Tip im Vorjahr: 6-10

Tatsächlich: 7-9

Die Saison startete mit 3 Niederlagen, allerdings gegen Spitzenteams, wie sich im Nachhinein herausstellte (Raiders und Falcons zuhause, Giants auswärts). Anschließend wechselten sich Siege und Niederlagen in schöner Regelmäßigkeit ab; zwar hatte man (wieder einmal) die beste Offense der Liga (je nach Messart), aber die Defense gehörte eben auch (wieder einmal) zu den schlechtesten der NFL. Zum 3. Mal in Folge nur ein 7-9 Rekord. Zu wenig für die Saints. 

Die unfehlbare Prognose für 2017: 5-11

Irgendwann wird auch Drew Brees von der sprichwörtlichen Klippe fahren. Und ich fürchte, dass es diesmal so weit ist. Dazu glaube ich aus Tradition nicht, dass der Umbau der Defense für eine großartige Verbesserung sorgen wird.

Ein weiteres enttäuschendes Jahr steht an für die Saints. Leider.

Die Vorschau aus Fansicht

von Tired Joe (@MuederJoe)

„The Black and Gold“, nicht nur einer der Spitznamen der Saints, sondern zugleich die perfekte Beschreibung der vergangenen Saison. Die Offense gehörte dank Drew Brees und seiner fünften(!) 5000 Yard Saison wieder mit zu den Besten in Punkten und Passing. In der Defense dagegen, sah man gegen den Pass jedoch immer wieder nur Schwarz und war dort Letzter der Liga.

Mit Verstärkungen in der Free Agency durch A.J. Klein und Manti Te’o als LB, sowie Rafael Bush als Safety und Alex Okafor (DE) sollte die Defense solider sein als vergangene Saison, auch trotz des kürzlichen Cuts von Ellerbe. Mit den im Draft dazugewonnen Talenten Lattimore (CB ) und Williams (S) kann das insgesamt junge Backfield um Vaccaro und Bell hoffentlich noch weiter verstärkt werden. Für zusätzlichen Passrush könnten neben Cam Jordan diese Saison noch der wieder genesene Kikaha, sowie die Draft Picks Anzalone und Hendrickson sorgen, um das Backfield ein wenig zu entlasten.
Die Offense wird auch dieses Jahr wieder sehr gut sein und die Abgänge von Cooks und Hightower werden kaum spürbar sein. Drew Brees wird für mindestens 4600Yards werfen, als Deepthreat wird Ted Ginn Jr. (800 Yards] ein gutes Ziel neben Thomas (1300 Yards) und Snead IV (1100 Yards) sein. Ebenso wird der wieder fitte Coby Fleener ein starkes Jahr haben und für über 600 Yards Pässe fangen.

Neben Marc Ingram wird auch Adrian Peterson ein gutes Jahr haben und beide werden nur knapp unter 1000 Yards bleiben. Dazu kommt noch Rookie Kamara, der 400 Yards Rushing und 600 Yards Receiving schafft.

Meine Tipps für die Saison: pessimistisch 6-10, optimistisch 11-5

Folgt Joe hier bei Twitter:

@muederjoe Saints NFL

 

 

 

 


Die Vorschau 2016:

Die letzte Lombardi Trophy:

XLIV – 2010 (gleichzeitig die einzige)

Mein Tip im Vorjahr:

9-7 und Platz eins in der NFC South. Gerade noch so und punktgleich mit Carolina.

Tatsächlich:

7-9. Die Division war wohl die, wo ich am meisten daneben lag. Die Saints spielten quasi komplett ohne Defense und ließen 45 Passing Touchdowns zu, was Defensive Coordinator Rob Ryan bereits im November den Kopf kostete. Besser wurde es trotzdem nicht. Das sogenannte Zeitfenster für einen Titel mit Drew Brees als QB scheint sich zu schließen…

Das Highlight der letzten Saison

Der Shootout gegen die Giants im Superdome am 01.11.15 war ein Offensivspektakel sondergleichen: 52:49 war der Endstand. Ich kann mich an kein anderes Spiel mit mehr als 100 Punkten erinnern. Die Offensivreihen beider Teams spazierten mehr oder weniger ungehindert übers Feld. Jubel bei den Fans und Kopfweh bei den Trainern…

Mein Tip für 2016:

6-10. Die NFC South scheint für die Carolina Panthers entschieden; aber bei den Saints hat man sowieso am meisten mit sich selbst zu kämpfen. Wieso die Defense plötzlich stark verbessert sein soll, ist mir ein Rätsel und bei Drew Brees ist das finale „Who dat“ der Footballkarriere in greifbarer Nähe. Leider.

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Kaum eine Mannschaft hat so viele wie die Saints: „The Black and Gold“, „The Who Dat Nation“ und die „Beasts of the Bayou“, um nur die bekanntesten zu nennen.

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Die Saints holten nach vielen Jahren der Erfolglosigkeit – vor allem in den 80ern – den Super Bowl 2009 gegen die leicht favorisierten Indianapolis Colts mit Peyton Manning.

Dazu Playoff-Teilnahmen 2006, 2010 2011 und 2013. Mit QB Drew Brees und Coach Payton kam der Erfolg.

Letzte Saison:

7 Siege – 9 Niederlagen

Stars der Saints:

Der Top-Star ist sicherlich QB Drew Brees – der eigentlich fast nicht bei den Saints gelandet wäre. Brees wurde ursprünglich im Draft 2001 zu Beginn der zweiten Runde von den Chargers geholt und spielte dort bis 2005.

Eine schwere Schulterverletzung stellte die Chargers nach Saisonende vor die Frage, ob man mit Brees verlängern sollte, obwohl nicht klar war, ob er jemals wieder auf dem zuvor gezeigten Level spielen könnte, oder ob man sich besser im Draft Eli Manning holen sollte.

Man entschied sich für die Eli Manning-Variante, obwohl dieser schon vor dem Draft angedeutet hatte, nicht für die Chargers zu spielen (und dann während des Drafts gegen QB Philipp Rivers mit den Giants getauscht wurde).

Drew Brees wurde zum Free Agent und die Mehrzahl der Experten ging davon aus, dass er bei den Dolphins unterschreiben würde, wo ihn auch sein erster Teambesuch hinführte.

Allerdings hatten die Ärzte dort Bedenken wegen seiner Schulter und Coach Nick Saban unternahm anscheinend auch keine besonders großen Anstrengungen, so dass Brees weiterflog.

Bei den Saints rannte er dagegen offene Türen ein und wurde zum Lokalhelden. Die Dolphins holten stattdessen Free Agent QB Daunte Culpepper, der auch nur zum Free Agent wurde, weil er an Knieproblemen litt.

Der Rest ist Geschichte: Brees holte den Super Bowl und zählte über Jahre hinweg neben Peyton Manning und Tom Brady zu den Top 3 Quarterbacks der Liga. Bei den Dolphins hielt dagegen das Knie von Culpepper nicht, Coach Saben verließ die Lust zu coachen und man stolperte von einem Fiasko zum nächsten.

Coach:

Head Coach Sean Payton zählte lange Jahre unbestritten zu den besten seines Fachs. Kratzer erhielt sein Image, als er 2012 mitverantwortlich für den sogenannten „Bounty-Skandal“ (siehe unten „Kontroversen“) gemacht und für ein Jahr gesperrt wurde.

Sollte er jedoch in New Orleans aufhören – eine Kündigung erscheint zum momentanen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich – würde er mit Sicherheit schnell einen neuen Arbeitgeber finden.

Ziel:

Die Zeit von Drew Brees neigt sich dem Ende entgegen. Solange dieses Fenster offen ist, ist ein zweiter Super Bowl Gewinn das Ziel. Durch die Abgänge – allen voran TE Jimmy Graham nach Seattle – erscheint dies aber nahezu aussichtslos.

Kontroversen:

Es gibt einige – am gravierendsten war sicher der oben erwähnte „BountyGate“-Skandal 2012 (-Gate muss einfach bei amerikanischen Skandalen seit Watergate angehängt werden): die NFL untersuchte den Verein, da es Hinweise gegeben hatte, dass Spieler mit Prämien angestachelt wurden, gegnerische Topspieler zu verletzen (Bounty bedeutet Kopfgeld).

Nach einer langen Untersuchung wurde Coach Sean Payton für eine komplette Saison gesperrt und der als Hauptschuldige ausgemachte Defensive Coordinator Gregg Williams auf unbestimmte Zeit (letztendlich war er ebenfalls ein Jahr gesperrt und heuerte dann bei den Titans an).

Negativ wurde den Saints-Verantwortlichen ausgelegt, dass sie die Untersuchung nicht unterstützt und zum Teil sogar behindert hatten.

Neuer ist das Problem mit dem Salary Cap, der Gehaltsobergrenze der NFL: die Saints büßen momentan, dass sie jahrelang Verträge so verlängert und strukturiert hatten, dass der sogenannte „Cap-Hit“, also die Anrechnung des größten Batzens, erst in späteren Jahren zum Tragen kommt – wenn die Spieler zum Teil gar nicht mehr im Team sind.

Mittlerweile sind diese späteren Jahre eingetroffen und die Saints dadurch stark eingeschränkt in Vertragsverlängerungen oder Neuverpflichtungen von Free Agents.

Da war es auch kontraproduktiv, OLB Junior Galette im Juli 2015 zu entlassen, den man im Vorjahr noch mit einem Vierjahresvertrag über 41 Millionen $ ausgestattet hatte. Offensichtlich war Galette das, was man einen „Lockerroom-Cancer“ nennt – ein Spieler, der negative Einflüsse auf den Rest des Teams hat und die Chemie zerstört. Zudem war ein Video aufgetaucht, auf dem angeblich er mit einem Gürtel eine Frau schlägt. Die disziplinarischen Konsequenzen deswegen stehen noch aus.

Galette unterschrieb in Washington (zu diesem absolut nicht funktionierenden Team passt er charakterlich hervorragend) und wird trotzdem 14 Millionen des ungefähr 143 Millionen $ betragenden Gehaltsbudgets der Saints verbrauchen.

Gut zu wissen:

Die Saints standen gerüchteweise von einem Umzug, bevor der Hurrikan „Kathrina“ die Stadt und weite Teile des Umlands verwüstete.

Der SuperDome, in dem die Saints ihre Heimspiele austragen, war damals Sammelpunkt und Notunterkunft für alle die, die sich eine Flucht nicht leisten konnten. Die Zustände müssen grauenerregend gewesen sein – Vergewaltigungen und Misshandlungen waren Berichten nach alltäglich.

Das erste Spiel gegen die Falcons nach der Wiedereröffnung am 25.09.06 zählt zu den stimmungsvollsten, die ich je gesehen habe. U2 und Green Day spielten gemeinsam zur Einstimmung „The Saints are coming“ und die Saints konnten dieses Spiel gegen die bis dato unbesiegten Falcons gar nicht verlieren. Der Link zum Auftritt bei youtube

Tip für 2015:

9-7 und Platz eins in der NFC South. Gerade noch so und punktgleich mit Carolina.

 

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