Roman Motzkus im Interview

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Die Übertragungen der NFL auf Pro7 Maxx und Sat. 1 sorgten für nahezu sensationelle Einschaltquoten und ein ungeahntes Interesse vor allem jüngerer Zuschauer an der NFL. Neben den bereits zuvor bekannten Frank Buschmann und Jan Stecker begeisterte vor allem auch Roman Motzkus – ehemaliger Wide Receiver der Berlin Adler.

Zum Teil aufgrund seiner Statistiken von den Mitkommentatoren belächelt, wurde er mit seiner kompetenten Art nur selten im Twitterfeed kritisiert. Zeit für ein Interview mit dem symphatischen Stadionsprecher im Nebenjob:

Wie viele Interviewanfragen bekommst Du so übers Jahr?

Das hält sich in Grenzen, so 5 – 10.

Normalerweise sitzt Du ja auf der anderen Seite des Tisches. Hast Du eine journalistische Ausbildung oder wars eher „learning by doing“?

Ich habe keine klassische Ausbildung. Ich habe Anfang der 90er Jahre als Student beim Berliner Radiosender 100,6 gejobbt. Erst, Promotion, dann Sendeleitung und dann redaktionell. Zu den American Bowls in Berlin durfte ich dann eine Kolumne in einer großen Berliner Zeitung schreiben. Später kam auch noch Fernsehen dazu. Und während der NFL Europe habe ich als PR Director für Berlin Thunder gearbeitet und später als Moderator der Skoda Roadshow. Das kam alles nach und nach und damit bin ich da irgendwie reingewachsen.

In einem Interview mit Björn Hesse vor der letzten Saison erklärtest Du, dass das Ziel ist, keinen „Football für Dummies“ machen zu wollen. Nachdem es diesbezüglich durchaus Kritik gab: wie zufrieden bist Du mit der Umsetzung?

Es ist nicht leicht den Spagat hinzubekommen. Man möchte ja niemanden abschrecken oder langweilen. Ich denke im Großen und Ganzen ist es mir gelungen, den Einsteigern einen Weg zu diesem tollen Sport zu zeigen und den „Kenner“ nicht zu langweilen und ihn durch Stats und Hintergrundinfos zu unterhalten.

Im gleichen Interview hast Du verraten, dass Du angesprochen wurdest für das Moderatorencasting. Weißt Du, wer Dich vorgeschlagen hat für die Teilnahme?

Ja, inzwischen habe ich das rausgefunden. Axel Kruse (ehemaliger Spieler von Hertha BSC und Kicker bei Berlin Thunder) hat mich bei ran Sportchef Alexander Rösner ins Spiel gebracht. Vielleicht hat er sich damit bei mir revanchiert, weil ich ihn damals zu Berlin Thunder geholt habe 🙂

Wie gut kanntest Du die Kollegen Buschmann, Stecker, Icke und SchmiSo vorher ? Hattet Ihr schon einmal zusammen gearbeitet oder im Fall von Jan Stecker vielleicht sogar zusammen gespielt?

Der einzige, den ich persönlich schon vorher kannte, ist Jan Stecker. Wir haben 1990 und 1991 im German Bowl gegeneinander gespielt. Und im Anschluss haben wir auch die eine oder andere Party gemeinsam gefeiert.

Patrick kannte ich ein wenig, weil ich ihn bei den Spielen der Kiel Baltic Hurricanes gegen die Adler in der Pressekonferenz etwas ausquetschen konnte… Den Rest der Crew habe ich dann erst im September 2015 kennen und lieben gelernt 🙂

Anmerkung: Man hat sich anscheinend auch in den Pausen viel zu sagen im Team 🙂

Wird es kommende Saison Änderungen bei der Zusammensetzung bzw. neue Gesichter bei den #ranNFL-Übertragungen geben?

Das weiß ich nicht. Das entscheidet die Redaktion.

Fliegst Du üblicherweise aus Berlin zu den Sendungen? Reicht das dann am Spieltag bzw. wie sieht Dein Tagesablauf bei einem „Einsatz“ aus?

Ja ich fliege Sonntagmittag hin und Montagfrüh zurück. Das reicht völlig aus. Die eigentliche Vorbereitung für mich selber, mache ich unter der Woche zu Hause. Viel lesen und recherchieren, damit der Statistikhunger der Fans gestillt werden kann.

Am Spieltag selber fliege ich mittags nach München. Im Flieger und der S-Bahn nach Unterföhring wird noch gelesen und gepaukt, damit ich die wichtigen Sachen schnell parat habe. Dann kurz ins Hotel und ab ins Studio zur Team Besprechung. Da werden die Details zur Sendung besprochen. Dann ein Schnack mit den Kollegen, Maske, Probe und schon geht es los. Nach der Sendung gibt es eine kurze Abschlussbesprechung und ab ins Hotel. Am nächsten Morgen geht es meistens zwischen 7 und 8 Uhr schon wieder zurück nach Berlin.

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Auf wie viele Einsätze hoffst Du kommende Saison?

So viele wie möglich. Ich habe keine feste Zahl im Kopf. Ich bin sehr dankbar für jede Sendung, die ich machen darf. Mein Traum ist es, einmal den Super Bowl live vor Ort zu kommentieren.

Du giltst ja als der „Statistiker“ (ich würde sogar sagen der Statistikgott) unter den Kommentatoren, da Du gerne passende Facts zur Hand hast. Wie lange bereitest Du Dich auf eine Sendung vor?

Da gehen schon einige Abende in der Woche vorm Spiel drauf. Ich sehe mir die Infos zu den Teams und den Spielern aus den Pressemitteilungen der Teams an. Das sind zwischen 40 und 300 Seiten pro Mannschaft. Zusätzlich versuche ich ja dann immer noch die eine oder andere Info zu finden, die außergewöhnlich ist (wie z.B. die Statistik der Bengals in welcher Trikot/Hosen Farbkombination sie wie oft gewonnen haben). Das ist zwar Nonsens, aber unterhaltsam.

Wie sehen Deine Wünsche für die kommende Saison bei Pro7 Maxx bzw. Sat. 1 aus?

Ich möchte weiter für gute Unterhaltung sorgen und den Sport so vielen Zuschauern wie möglich nahe bringen. Es würde mich freuen, wenn wir den Erfolg des Vorjahres bestätigen und ausbauen können. Und wenn wir jedes Team mindestens einmal zeigen könnten, das wäre der Knaller.

Wie viele Jobs hast Du noch neben diesem Gig?

Ich habe eine Firma für Kommunikationstechnik in Berlin. Hier gilt mein großer Dank meinem Kompagnon Mark, der mir oft den Rücken frei hält und mir ermöglicht, das Hobby auch beruflich zu verfolgen! Ansonsten kommen inzwischen ein paar Anfragen zu Moderationen für Events und Sportveranstaltungen. Da muss ich aber erstmal abwarten, wie sich das entwickelt.

Konntest Du den Super Bowl einmal live im Stadion verfolgen?

Ja, zweimal als Zuschauer im Stadion 1996 und 2010.

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Wie kamst Du zum Job des Stadionsprechers bei den Berlin Adlern und beim German Bowl?

Ich wurde 2002 von der Orga gefragt ob ich „mal aushelfen“ kann. Daraus wurde dann eine Dauerlösung.

An welche Station als Spieler erinnerst Du Dich am liebsten zurück?

An so viele, die Meisterschaften mit den Adlern, der Euro Bowl, die Einsätze in der Nationalmannschaft waren was ganz besonderes. Und jeder einzelne TD!!!

Was war Dein absolutes, persönliches Highlight als Sportler?

Die erste Meisterschaft 1989 und das Tragen des Nationaltrikots.

Du warst auch bei den Berlin Thunder und der NFL Europe maßgeblich involviert. Was sind in Deinen Augen die Gründe für das Aus der Liga (ich hab da meine eigene Theorie…)?

Ich glaube es war ein Fehler den Fokus zu sehr auf Deutschland zu legen. Damit wurde der europäische Gedanke torpediert. Und auch, dass die NFL einfach Ihre Denkweise den Europäern übergestülpt hat. Da wurde zu wenig auf die etwas anderen Bedürfnisse der alten Welt eingegangen. Es ist schwer gegen den übermächtigen Fußball anzustinken.

Vielleicht hätte auch das System überdacht werden müssen, immer wieder neue Spieler als Stars zu verkaufen, die noch keine sind.  Das haben die Fans dann letztendlich auch raus gefunden und fühlten sich etwas veräppelt.

Wann findet das erste Spiel der NFL in Deutschland statt und wen würdest Du am liebsten hier sehen – ich vermute mal in Berlin?

Ich hoffe auf 2017 in Berlin, dann ist meine Anreise kurz und ich bekomme am meisten von dem Rundherum um das Spiel mit. Ansonsten wäre es mir eigentlich egal wo. Hauptsache sie kommen….

Herzlichen Dank für das Interview und mindestens noch genauso viel Erfolg in der neuen Saison wie vergangenes Jahr!

Soziale Medien:

Folge Roman Motzkus bei Twitter unter @RomanMotzkus

 

 

 

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